Mit dem Backhaus nimmt der Förderverein Historische Region Lindstedt nun das nächste Gebäude des Gutes in Angriff. Unter anderem soll darin wieder eine Backstube eingerichtet werden.

Lindstedt l Am Gutshaus ist schon vieles gemacht worden. Die große Scheune ist fast fertig saniert. Auch im Park wurde schon fleißig gearbeitet. Nun geht der Förderverein Historische Region Lindstedt, der sich für den Erhalt und die Sanierung des Lindstedter Gutes einsetzt, an das nächste Vorhaben: das Backhaus. Fördergeld für das Vorhaben kommt aus dem europäischen Leader-Programm.

Das Nebengebäude zwischen dem heutigen Dorfgemeinschafthaus und der Scheune war viele Jahre von der Feuerwehr genutzt worden, um dort Fahrzeuge und Geräte unterzustellen. Anschließend stand es lange leer, in den Erhalt wurde nichts investiert. Als dann die Frage aufkam, das Gebäude abzureißen und an der Stelle Parkplätze zu schaffen, sprach sich der Förderverein dagegen aus und plädierte für die Rekonstruktion - weil das Backhaus als Teil des historischen Gutsensembles einfach dazu gehört. Die Vereinsmitglieder nahmen das Seitengebäude also auf in ihr Gesamtvorhaben "Lindstedts neue Mitte".

Nun geht es richtig los mit den Sanierungarbeiten. Nachdem in den vergangenen Wochen das Asbestdach entfernt und die Räume entrümpelt worden sind, rücken in den kommenden Tagen die Gerüstbauer an. Denn das Backhaus bekommt ein neues Satteldach. Geplant sei, eine alte Biberdeckung zu verwenden, kündigte Marcel Heins, Vorsitzender des Fördervereines Historische Region Lindstedt, an. Wegen der Statik muss aber zuerst ein Ring um das Mauerwerk gelegt werden. In einem ersten Schritt soll nun die äußere Hülle des Gebäudes rekonstruiert werden, danach folgt der Innenausbau.

Im Gebäude soll wieder ein Backofen aufgebaut werden, zudem sind zwei Werkstätten geplant. Die sollen dann zum Beispiel von den Mädchen und Jungen der benachbarten Kindertagesstätte Entdeckerland genutzt werden. Marcel Heins könnte sich vorstellen, dass Leute aus dem Dorf dort mit den Kindern arbeiten und werkeln. Er kennt es noch aus seiner Schulzeit, dass Arbeitsgemeinschaften von Erwachsenen betreut wurden, die keine Lehrer waren. Marcel Heins: "Es gibt in Lindstedt sicher Leute, die entsprechende Talente haben."

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