Im Februar hatte Projektmanager Andrej Oehlert im Ortschaftsrat angekündigt, dass der neue Windpark Jeetze-Kahrstedt noch in diesem Jahr in Betrieb gehen soll. Und er liegt im Zeitplan. Gerade wird die erste von fünf Anlagen errichtet.

Jeetze/Kahrstedt l Er ist über viele Kilometer hinweg sichtbar, der riesige Kran, mit dessen Hilfe derzeit die erste Anlage im neuen Windpark Jeetze-Kahrstedt entsteht. Auch für weitere Rotoren sind schon die entsprechenden Wege geschaffen und Erdarbeiten erfolgt. Insgesamt sollen sich künftig zwischen den zwei Dörfern fünf neue Anlagen mit einer Nabenhöhe von je 140 Metern drehen. Damit wächst die Zahl der Windräder, die sich rund um Kahrstedt, Dolchau, Siepe und Jeetze befinden, auf beachtliche 28. Die neuen Anlagen dürften aber die größten sein. Sie bringen es bei aufgestelltem Rotorblatt auf eine Gesamthöhe von 196 Metern.

Geplant und später auch betrieben wird der Windpark Jeetze-Kahrstedt vom Unternehmen WPD. Es hat seinen Hauptsitz in Bremen. Die Projektbetreuung läuft jedoch über die Niederlassung Potsdam.

Mehrfach war Projektmanager Andrej Oehlert bereits vor Ort. Nicht nur, um alle nötigen Verträge auszuhandeln und zu unterzeichnen, sondern auch um den Menschen die Angst davor zu nehmen, der neue Windpark könnte die Lebensqualität weiter einschränken. Befürchtungen dieser Art gibt es zwar nach wie vor. Doch habe generell eine konstruktive Atmosphäre bei den Sitzungen mit den Räten und der Bürgerschaft geherrscht. Auch die Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden vor Ort sei wirklich gut gewesen, wie Andrej Oehlert betont.

Immerhin sei das betreffende Areal im Regionalplan Altmark als Wind-Vorranggebiet ausgewiesen. "Und von der Windgeschwindigkeit her ist es ein wirklich guter Standort", wie der Projektmanager sagt. "Um die Ausbeute zu maximieren und den Einfluss auf die Umwelt zu minimieren, hat sich unser Unternehmen entschieden, statt der ursprünglich geplanten acht oder neun Anlagen mit kleineren Leistungsstufe lieber fünf große Anlagen zu bauen", so der Projektmanager. Der Windpark werde somit eine Leistung von 15 Megawatt erbringen. Das entspräche etwa dem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 12000 Mehrpersonenhaushalten. Die gewonnene Energie werde in das Umspannwerk Güssefeld eingespeist. Dafür gebe es dann auch eine entsprechende Kabeltrasse, erläuterte Oehlert.

Nach seinen Angaben erhalte die Stadt Kalbe für die Trassenführung, aber auch für die Nutzung ihrer Wege jedes Jahr Ausgleichszahlungen. Zudem profitiere sie in starkem Maße von den rechtlich geforderten Ausgleichsmaßnahmen, die größtenteils auf kommunalem Gebiet stattfänden, so Oehlert. So werde in Jeetze eine große, ausgediente Stallanlage weggerissen. An gleicher Stelle gebe es dann einen Bodenaustausch und Neupflanzungen. Letztere seien auch in anderen Bereichen der Gemarkungen Kahrstedt, Jeetze und Vietzen vorgesehen. Zudem würden dort Nahrungsflächen für Greifvögel geschaffen.

"Natürlich", so verspricht der Projektmanager, "gibt es zur Eröffnung des Windparks auch ein großes Fest." Das werde dann allerdings erst im nächsten Jahr stattfinden.

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