Brüchau l "Frühestens im Jahr 2017" und nach Zulassung eines Abschlussbetriebsplanes könnten die Rückbauarbeiten auf der Bohrschlammdeponie Brüchau beginnen. Sie würden dann voraussichtlich fünf Jahre dauern. Das hat Hanna Jansky, die bei der Betreiberfirma GDF Suez E&P Deutschland für Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, auf Volksstimme-Anfrage mitgeteilt.

In der vergangenen Woche hatte es in Magdeburg einen Erörterungstermin gegeben, bei dem es um ein Gutachten zur Schließung der Deponie gegangen war. An der Veranstaltung hatten neben Mitarbeitern der Betreiberfirma und des Landesamtes für Geologie und Bergwesen (LAGB) auch Kreis-Umweltamtsleiter Herbert Halbe, Ortsbürgermeister Ulf Kamith und Kerstin Schulz vom städtischen Bauamt teilgenommen. Letztere hatten sich dabei ein Bild davon gemacht, welche technischen und rechtlich zulässigen Möglichkeiten es für den Deponieabschluss gibt.

Gleichzeitig war laut Kerstin Schulz aber auch die Gelegenheit genutzt worden, deutlich zu machen, wie sehr der Bevölkerung daran liegt, dass alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, das Gefährdungspotenzial so gering wie möglich zu halten und das Grundwasser weiterhin zu schützen.

Dass es die Deponie Brüchau gibt, hat in den vergangenen Jahrzehnten nämlich immer wieder diverse Ängste genährt. Zuweilen wurde in der Bevölkerung sogar ein möglicher Zusammenhang mit dem Auftreten einer bestimmten Tumorerkrankung hergestellt. Im Volksmund wird die Deponie auch Silbersee genannt, weil dort schon zu DDR-Zeit Bohrschlämme eingelagert worden waren, die Quecksilber, Schwermetalle, giftige organische Substanzen und Salze in hoher Konzentration enthielten. Doch die Betreiberfirma unterstrich: "Von der Anlage gehen keine gesundheitlichen Gefährdungen aus. Das bestätigen neben laufenden Kontrollmessungen auch Untersuchungen, die mehrere unabhängige Gutachter seit den 1990er Jahren durchgeführt haben."

Auch Dr. Bodo-Carlo Ehling, zuständiger Abteilungsleiter des LAGB, sagte dazu auf Volksstimme-Anfrage: "Über das angesprochene, hohe Aufkommen einer seltenen Tu-morerkrankung im Raum Kakerbeck/Brüchau ist dem LAGB nichts bekannt. Die Sicherstellung des Grundwasserschutzes wird einer der Kernpunkte des noch erforderlichen Genehmigungsverfahrens werden."

Ein unabhängiger Gutachter soll jetzt eine Vorzugsvariante zur Deponieschließung erarbeiten.