Auch in der Einheitsgemeinde Kalbe soll die Breitbandversorgung flächendeckend verbessert werden. Der Altmarkkreis setzt sich für die Gründung eines entsprechenden Zweckverbandes ein und stellt das Vorhaben morgen während der Stadtratssitzung vor.

Kalbe l "Wir sind zu der Überzeugung gelangt, dass das der Königsweg ist", sagt Axel Schulz im Hinblick auf die geplante Gründung eines sogenannten Zweckverbandes für die Breitbandversorgung in der Altmark. Schulz ist zuständiger Mitarbeiter des Altmarkkreises Salzwedel. Dieser treibt das Vorhaben derzeit gemeinsam mit dem Landkreis Stendal voran.

Und auch die Einheitsgemeinde Kalbe könnte davon profitieren. Denn dort gibt es nach wie vor einige Orte, deren Bewohner von einem schnellen Internet nur träumen können. Selbst in Orten mit DSL-Anschluss ist die Versorgung derzeit nicht optimal. So kann beispielsweise in den vielen Bereichen der Stadt Kalbe eine Übertragungsgeschwindigkeit von maximal 6000 Megabite in der Sekunde erreicht werden. "Zu wenig", wie Schulz im Hinblick auf den technologischen Fortschritt sagt. Videokonferenzen oder Telemedizin ließen sich damit nur schwerlich realisieren. Letztere werde aber, gerade in einer dünn besiedelten Region wie der Altmark, in Zukunft eine immer größere Rolle spielen.

"Ausbau ist für ein privatwirtschaftliches Unternehmen allein nicht zu stemmen"

Axel Schulz, Sachbearbeiter für Technische Infrastruktur im Altmarkkreis

Das Problem sei, so Schulz weiter, dass es in Sachen Internet derzeit viele verschiedene Technologien und viele verschiedene Anbieter gebe. Der "flächendeckende Breitbandausbau aber ist für ein privatwirtschaftliches Unternehmen allein nicht zu stemmen", erklärt der Sachbearbeiter für Technische Infrastruktur im Altmarkkreis Salzwedel. Genau deshalb sei die in anderen Bundesländern erfolgreich praktizierte Idee eines Zweckverbandes, in dem Kommunen freiwillig Mitglied werden könnten, aufgegriffen worden. Nur so ließe sich im Zuge des kommunalen Aufgabenfindungsrechtes eine flächendeckende Erschließung realisieren.

Das Verlegen der sogenannten Leerrohre ist nämlich eine Aufgabe der Städte und Gemeinden. Um die darin befindlichen Glasfaserkabel, mit denen sich der flächendeckende Breitbandausbau realisieren ließe, müsste sich wiederum ein kommerzielles Unternehmen kümmern. Dieses würde anschließend auch das Netz betreiben. Aufgrund der finanziellen Größenordnung müsste diese Aufgabe europaweit ausgeschrieben werden, betont Axel Schulz.

Doch nun geht es für diejenigen, die auf Kreisebene mit dem Thema befasst sind - auch Landrat Michael Ziche setzt sich für einen Breitbandausbau ein -, erst einmal darum, Kommunen für die Idee zu gewinnen. Genau aus diesem Grund tritt Schulz morgen Abend im Kalbenser Rathaus auf. Dort findet ab 19 Uhr die Stadtratssitzung statt. Und einer der ersten Punkte auf der Tagesordnung lautet: Absichtserklärung zur Breitbandversorgung in der Region. Der Hauptausschuss, der das Thema bereits während seiner jüngsten Sitzung besprochen hatte, hatte sich noch zurückhaltend geäußert. Denn es müsse erst einmal überzeugend dargestellt werden, sagt Bürgermeister Karsten Ruth, "dass so ein Zweckverband ein geeignetes Mittel ist". Schließlich würde dessen Gründung auch mit finanziellen Verpflichtungen für jede einzelne Mitgliedskommune einhergehen.

Dies bestätigt auch Axel Schulz. Allerdings gebe es derzeit recht günstige Fördermodalitäten, weil auf europäischer und nationaler Ebene erkannt worden sei, dass ohne Beteiligung der Kommunen solche Infrastrukturprojekte in ländlichen Gebieten nicht möglich seien.