Nach dem Stadtschulelternrat gibt es jetzt in Gardelegen auch einen Stadtelternrat als Interessenvertretung für Krippen, Kindergärten und Horte in städtischer Trägerschaft. Am Mittwochabend fand die konstituierende Sitzung statt. Zum Vorsitzenden wurde Ingolf Arndt gewählt.

Gardelegen l "Wir möchten mehr Elternbeteiligung, wir wollen keine Entscheidungen über unsere Köpfe hinweg, denn schließlich sind es ja unsere Kinder, die in den Einrichtungen betreut werden." Kurz und knapp fasste der Vorsitzende des neuen Stadtelternratsvorstandes, Ingolf Arndt, das Hauptziel des Gremiums zusammen.

Die konstituierende Sitzung des neuen Stadtelternrates fand am Mittwochabend im Rathaussaal statt. Eingeladen dazu hatte Hauptamtsleiter Klaus Richter Vertreter von allen 21 Kuratorien von Kindertagesstätten, Krippen oder Horten in städtischer Trägerschaft. 16 Kuratorienvertreter waren der Einladung dazu gefolgt.

Zum Vorsitzenden wurde Ingolf Arndt (Kuratorium Krümelkiste Gardelegen) gewählt. Sein Stellvertreter ist Nico Macht (Kuratorium Kindergarten Sonnenschein). Der Vorstand hat fünf Beisitzer. Dazu gehören Anja Rohrdiek (Kita Entdeckerland Lindstedt), Oliver Stegert (Kita Schlumpfenvilla Jeseritz), Antje Brune (Kita Heideblümchen Letzlingen), Simone Striewski (Kita Rappelkiste Solpke) und Andrea Dannies (Kita Wichtelstübchen Berge).

Zu inhaltlichen Themen, die der neue Stadtelternrat in Angriff nehmen will, gibt es noch keine Details. "Wir müssen uns selbst erst einmal zusammenfinden", sagte Ingolf Arndt gestern auf Anfrage. Die Arbeit des Kreisschulelternrates sei bereits seit Jahren gelebte Praxis. Dem will der neue Stadtelternrat folgen. Fest stehe, dass der Vorstand regelmäßig an den Sitzungen des städtischen Sozialausschusses teilnehmen möchte. "Wir werden dazu mit dem Ausschuss Kontakt aufnehmen, ob das auch gewünscht ist. Wir wollen aber gern dort regelmäßig präsent sein", betonte Arndt. Ein weiterer Punkt soll das Kennenlernen der einzelnen Kindereinrichtungen in Gardelegen und den Ortsteilen sein. Die Versammlungen des Stadtelternratsvorstandes werden von daher wechselnd in den Krippen, Kindergärten und Horten in städtischer Trägerschaft stattfinden. Die erste Zusammenkunft des neu gewählten Vorstandes ist für Dienstag, 10. Januar, im Miester Kindergarten Villa Regenbogen geplant.

Dann soll auch konkret die inhaltliche Arbeit festgelegt werden. "Wir möchten uns einbringen in die Arbeit der Verwaltung und des Stadtrates. Wir wollen zu bestimmten Fragen gehört und beteiligt werden", sagte Arndt. Ziel sei es, gemeinsam Lösungen zu finden. "Der Stadtelternrat soll ein Ansprechpartner für die Verwaltung, für den Stadtrat und für die Eltern sein als legitimiertes Sprachrohr", stellte Arndt klar. Von daher sei es auch wichtig, dass im Vorstand "Leute mitarbeiten, die etwas machen und bewegen wollen", so Arndt weiter.

Die Gründung des Stadtelternrates geht zurück auf die Diskussionen in der Elternschaft zur neuen Nutzungssatzung für Kindertagesstätten und den Erhöhungen der Elternbeiträge, die der Stadtrat am 7. November beschlossen hat. Mit beiden Satzungen gelten nunmehr einheitliche Regelungen und Gebühren in allen Einrichtungen der Stadt und den neuen Ortsteilen. Die Elternbeiträge der Gardeleger Einrichtungen wurden um zehn Prozent erhöht. Diese Beiträge gelten nun auch in allen anderen Einrichtungen in den Ortsteilen, die bis dahin oft wesentlich unter den städtischen Gebühren lagen.

Kritisiert wurde seitens der Eltern, dass die Verwaltung und der Stadtrat die Eltern im Vorfeld nicht einbezogen habe. Das gelte zum einen für die Gebühren und zum anderen auch für die Nutzungssatzung, die unter anderem auch Schließzeiten in den Sommermonaten oder Angebote privater Bildungsträger in den Kindereinrichtungen regelt.

Um künftig mehr Mitspracherechte sichern zu können, forderten Eltern die Gründung eines Stadtelternrates mit Vertretern aus allen Kuratorien städtischer Einrichtungen. Ein solches Gremium gibt es auch für die Schulen im neuen Stadtgebiet. Gegründet wurde der Stadtschulelternrat am 23. November (wir berichteten).