Für alle Kinder, die Einrichtungen außerhalb der Einheitsgemeinde Kalbe besuchen, muss aus dem städtischen Haushalt eine Umlage gezahlt werden. Für die Stadt bedeutet das nun Mehrausgaben in Höhe von 34000 Euro.

Kalbe l In der Beschlussvorlage waren es nur 22500 Euro. Die Zahl allerdings war während der jüngsten Stadtratssitzung längst nicht mehr aktuell. Denn mittlerweile sei die Mehrausgabe auf 34000 Euro angewachsen, teilte Kämmerin Ingrid Bösener Ende der vergangenen Woche den Räten mit. Die stöhnten kollektiv auf, angesichts der doch erheblichen Summe, von denen 11700Euro Salzwedel erhalte, wie Bösener ausführte. Weitere 20720 Euro müssten zudem an Beetzendorf überwiesen werden. "Mehr darf es aber nun wirklich nicht werden, sonst ist das nicht mehr umsetzbar", kritisierte Bösener.

Um die Mehrausgabe kommt die Stadt indes nicht herum. Da Eltern von Krippen- und Kindergartenkindern ihre Betreuungseinrichtung frei wählen können, ist die Einheitsgemeinde mittels Umlage in der Pflicht. Im Gegenzug erhält auch Kalbe von anderen Gemeinden eine Umlage, wenn deren Kinder innerhalb der Einheitsgemeinde in den Kindergarten oder die Krippe gehen. Allerdings seien das nur rund 6000 Euro, bezifferte Bösener.

Badel ist ein Problemfall

Besonders viele der insgesamt 30 Kinder aus dem Bereich Kalbe, die außerhalb der eigenen Kommune betreut werden, leben übrigens in Badel. Der dortige Kindergarten scheint bei Eltern also nicht sonderlich beliebt zu sein. Möglicherweise liege das an mangelnder Attraktivität der Einrichtung, denn damit, schätzte Bürgermeister Karsten Ruth ein, "müssen wir uns unbedingt beschäftigen." Das Problem sei bereits während einer Besichtigung vor Ort besprochen worden. Die Kita müsse unbedingt wieder "ein Magnet werden", sagte Ruth.

Kalbes Ortsbürgermeister Helmut Bender schloss sich dieser Auffassung an. Allerdings, so Bender, spiele doch wohl auch die Arbeitssituation der Eltern eine Rolle, die oft in Salzwedel oder Beetzendorf beschäftigt seien. Mathias Graf verwies zudem auf die Tatsache, dass es möglicherweise auch ältere Geschwisterkinder gebe, die in Salzwedel und Beetzendorf zur Schule gingen, die Eltern deshalb ihre jüngeren Kinder ebenfalls dort betreut wissen möchten.

Die Nähe zum Wohnort sei aber ganz sicher für viele Eltern ebenfalls ein wichtiges Auswahlkriterium, wandte Zehtlingens Ortsbürgermeisterin Doris Beneke ein. Denn dann könnten die Kinder schließlich auf kurzen Wegen auch mal "von Oma oder Opa abgeholt werden". Eine attraktive Kita vor Ort sei also auf jeden Fall auch wichtig.

Wenig Probleme mit den erheblichen Umlagekosten hatte Packebuschs Ortsbürgermeister Otto Wienecke. Schließlich, so erinnerte er, hätte Kalbe auch mehr Personalkosten zu zahlen, wenn die 30 Kinder in der eigenen Kommune betreut würden.

Die Umlage wurde schließlich einstimmig von allen Räten beschlossen.