Für ihre Jahresabschlusstagung kamen Mitglieder der Arbeitsgruppe Wirtschaft und Wissenschaft des Landtages Sachsen-Anhalt und Vertreter des Wirtschaftsressorts um Ministerin Birgitta Wolff am Mittwoch im Jagdschloss in Letzlingen zusammen.

Letzlingen l "Es ist ganz wichtig, in dieser Region gute Projekte zu entwickeln", sagte am Mittwoch Birgitta Wolff. Die Wirtschafts- und Wissenschaftsministerin des Landes Sachsen-Anhalt nahm zusammen mit ihren beiden Staatssekretären an der Klausurtagung der Arbeitsgruppe Wirtschaft und Wissenschaft des Landtages in Letzlingen teil. Schwerpunkt der Beratungen war die neue Förderrichtlinie des Landes zur Gewährung von Mitteln aus der Gemeinschaftsausgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GRW). Die GRW-Förderung ist auf ausgewählte, strukturschwache Regionen beschränkt und besteht seit 1969. Ziel ist es, im Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe über die Stärkung der regionalen Investitionstätigkeit dauerhaft wettbewerbsfähige Arbeitsplätze in der Region zu schaffen.

"Wir stehen vor einer fundamentalen Änderung der Förderpolitik. Der Unternehmer kann selbst etwas dafür tun, eine möglichst hohe Förderung zu bekommen", erklärte Ulrich Thomas, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion.

Im Detail bedeutet das, dass sich das Land von der bisherigen Höchstförderquote von der derzeit 60 Prozent verabschiedet. Stattdessen soll es im Norden Sachsen-Anhalts einen Basissatz von 25Prozent geben. "Diesen können die Unternehmen durch Bonuspunkte auf bis zu 40 Prozent erhöhen", sagte Thomas. Positiv wirken sich beispielsweise Kooperationen von Betrieben mit einer Hochschule, niedrige Leiharbeiterquoten oder auch ein hoher Ausbildungsstand im Unternehmen aus.

"Die Altmark erinnert mich ein wenig an das Münsterland", sagte Wolff. Dort gab es wie auch in der Region gut positionierte Mittelständler. Durch eine gezielte Förderung seien im Münsterland wahre Wunder entstanden und hätte den Wegbruch der Textilindustrie kompensiert. Gezielte Förderung ist in ihren Augen nicht nur von finanzieller Natur, sondern beinhalte auch einen Wissenstransfer zwischen Hochschulen und Unternehmen. Nur die Kombination beider Faktoren könne dabei helfen, hochwertige Arbeitsplätze in der Region zu schaffen.

Im Februar rechnet die Ministerin mit dem Inkrafttreten der neuen Landesregelungen. Die neue Investitionsförderung des Landes Sachsen-Anhalt setze laut Wolff zukünftig eher auf Qualität statt nur auf Quantität.