Mit Besorgnis sieht die Leitung der Median-Klinik Kalbe die personelle Entwicklung in der dortigen Tourist-Info. Sie drängt auf einen Erhalt.

Kalbe l In rund einem Jahr ist für Sigrid Gassel Schluss. Dann wechselt die langjährige und engagierte Mitarbeiterin der Kalbenser Tourist-Information in die passive Phase der Altersteilzeit. Doch was wird dann aus der Einrichtung?

"Sie ist keine Pflichtaufgabe der Stadt", sagt Bürgermeister Karsten Ruth. Aber bei den Leistungen, die dort erbracht würden, handele es sich "um mehr als Kartenverkauf und das Verteilen von Info-Material". Es gehe um Wertschöpfung für die Region. So vertrete die Tourist-Info den staatlich anerkannten Erholungsort zum Beispiel bei Messen. Zudem werde versucht, ihn und das Umland touristisch attraktiv zu gestalten und dazu notwendige Kontakte herzustellen und zu pflegen.

Dass sich diese Arbeit lohnt, zeigen die jüngsten Tourismuszahlen in der Altmark. So wurden laut Landesstatistik in den ersten Monaten des Jahres mehr Gäste in Kalbe und Umgebung gezählt als in Tangermünde oder Arendsee.

Dies liegt natürlich auch an der Kalbenser Median-Klinik. Mit umso größerer Sorge betrachtet deren Verwaltungsdirektorin Petra Leiste die Tatsache, dass die Tourist-Info nicht nur Fürsprecher in der Einheitsgemeinde hat. "Im Umland ist es teilweise noch nicht realisiert worden, dass die Besucher auch dorthin kommen. Ich kann nur dringend darum bitten, dass an der Einrichtung festgehalten wird", betonte Leiste.

Der Bürgermeister machte in diesem Zusammenhang deutlich, dass das Thema auch den Stadtrat beschäftigen werde. Er, so Ruth, werde dort deutlich machen, dass die Tourist-Info mit einer qualifizierten Kraft besetzt bleiben müsse, wenn die erfolgreiche Arbeit weiter fortgeführt werden solle.

Wie Petra Leiste sagte, könne aber nicht nur die Tourist-Info dafür sorgen, dass sich Besucher in der Region wohlfühlen würden. Viele Anbieter, auch im Umland, hätten ihr Potenzial noch gar nicht richtig erkannt. Gerade am Abend werde zu wenig geboten. Der Gast fahre mit einem Gros des mitgebrachten Geldes - im Schnitt etwa 500 Euro - nach Hause.