Ein Jahr lang leben die Menschen der Region inzwischen in neuen kommunalen Grenzen. Miesterhorst gehört seit dem 1. Januar zu Gardelegen. Auf Veränderungen und Probleme blickt Ortsbürgermeisterin Heike Osterwoldt zurück.

Miesterhorst l "Das Jahr begann mit der Zwangseingemeindung. Wir haben es nicht befürwortet, doch wir konnten uns nicht wehren. Inzwischen haben wir uns jedoch gut arrangiert", sagt Heike Osterwoldt. Die Ortsbürgermeisterin von Miesterhorst stellte ihren Ortschaftsratsmitgliedern während der letzten Sitzung 2011 ihren persönlichen Jahresrückblick vor.

"Die Veränderungen beginnen beim Gemeindediener. Er fährt jetzt nach Mieste, ist nur noch unregelmäßig bei uns", sagt die Ortschefin. Auch bei der Kindertagesstätte wechselte die Zuständigkeit von der einst eigenständigen Gemeinde an die Stadt Gardelegen. Anfängliche Probleme hätten sich gebessert, und sie hofft darauf, dass sich die neue Situation weiter einschleift.

Auch die Sportler haben einen neuen Vertrag mit der Stadt schließen müssen, doch der Ortschaftsrat will sie weiter unterstützen. Immerhin feiert der Fußballverein im nächsten Jahr sein 35-jähriges Bestehen. Um in Sachen Feuerwehr und damit auch für das Gemeindeleben noch etwas mehr Handlungsfreiheit zu haben, wurde Ende 2010 ein Feuerwehrförderverein in Miesterhorst gegründet. "Das ist der Weg in die richtige Richtung", sagt Osterwoldt.

Für Verwirrung sorgten seit Jahresbeginn die Postleitzahlen. Auch wenn Miesterhorst inzwischen Teil der Stadt Gardelegen ist, hat die Postleitzahl des Ortes, 39649, weiter Bestand. Trotzdem gab es laut Osterwoldt zu Jahresbeginn erste Diskussionen. Erste Briefe wurden mit der Gardeleger Postleitzahl, 39638, versehen. "Unsere Empfehlung lautet, dass die alten Postleitzahlen gültig bleiben, aber am Ende entscheidet der Stadtrat", sagt die Ortsbürgermeisterin.

Die Beleuchtung beschäftigt die Ortsvertreter ebenfalls seit Jahresbeginn. Nach dem harten Winter waren zahlreiche Leitungen eingefroren, sodass die Reparaturarbeiten erst im Frühjahr möglich waren. "Das hat uns viele schlaflose Nächte bereitet", sagte Osterwoldt. Doch bis zur Jahresmitte seien viele Bereiche der Straßenbeleuchtung neu angeschlossen worden. Ausfälle seien deshalb selten geworden. Die Ortschefin hofft, dass die letzten wenigen Probleme im nächsten Jahr gelöst sind. Die Reparatur des historischen Sandsteins an der Ohre dauerte ebenfalls mehr als ein Jahr. Das Objekt wurde bei Mäharbeiten im Frühjahr 2010 beschädigt und im Spätsommer neu eingesetzt. Das Problem war, einen Experten für die Reparatur zu finden. Wesentlich schneller funktionierte die Reparatur der Brücke am Wilhelmskanal. Zu Jahresbeginn war dort ein Teil des Geländers herausgebrochen. Der Schaden wurde bis zum Sommer behoben. "Sie wird viel genutzt und ist eine wichtige Verbindung für unseren Rad- und Wanderweg", sagt Osterwoldt. Mit Freude blickt die Ortsbürgermeisterin auch auf das Dorffest zurück: "Es gab gute Musik, und wir wurden gut bewirtet, doch es hätte besser besucht sein können." Mit diesen Erfahrungen wollen die Verantwortlichen den Sportverein unterstützen, der anlässlich seines Jubiläums im nächsten Jahr ein Fest ausrichten will.

Zum Abschluss dankt Osterwoldt ihren Ortschaftsräten für die Unterstützung in 2011 und freut sich auch auf ein weiteres Zusammenwachsen mit Gardelegen. "Wir haben uns zurecht gerüttelt. Und auch wenn das Geld knapper wird, zeichnet es uns aus, dass wir trotzdem weiter zusammenhalten", so die Ortschefin, die allen Einwohnern einen guten Start in das neue Jahr wünscht.