Was andere nicht einmal in ihrem Leben schaffen, gelang Christian Päleke bereits zum fünften Mal in Folge. Vor wenigen Tagen wurde der Algenstedter wieder Deutscher Meister bei der Bundesausstellung Deutscher Rassetaubenzüchter.

Gardelegen l Langsam wird es eng an den Wänden im Büro seines Zoogeschäftes in Gardelegen. Unzählige Wimpel und Ehrenbänder schmücken die Wände in dem kleinen Raum. Alle zeugen von seinen Zuchterfolgen in den vergangenen Jahren. Und nun kann Christian Päleke seiner Wimpelkollektion noch zwei weitere hinzufügen. Hochkarätige Auszeichnungen auch diesmal. Vor wenigen Tagen nämlich wurde der Taubenzüchter während der Bundesausstellung Deutscher Rassetaubenzüchter in Leipzig schon wieder Deutscher Meister. Fast wird das bei ihm ja schon zur Gewohnheit. Schließlich ist es bereits der fünfte Bundestitel in Folge, den Päleke mit nach Hause brachte.

Und doch ist es in diesem Jahr ein bisschen anders. Wurden zwischen 2007 und 2010 seine Deutschen Schautauben, dunkel, hochdekoriert, stiegen diesmal deren Schwestern vom gefleckten Farbschlag symbolisch aufs Siegertreppchen. Denn die Auszeichnung für ihre Schönheit nahm natürlich der Chef persönlich entgegen.

Neben dem Siegerwimpel und dem Pokal war auch diesmal wieder ein Ehrenband für die schönste Taube dabei, deren Federkleid, Körperbau, Schnabel und Zehen mit der Höchstnote V (vorzüglich) bewertet wurden.

Jeweils fünf Jungtiere, die laut Päleke zwingend in diesem Jahr aus dem Ei geschlüpft sein müssen, werden allerdings bei der Bundesausstellung bewertet. Deren Ergebnisse werden addiert. Mit seinem Quintett erreichte Päleke schließlich die Punktzahl von 479 Punkten. "Kein Züchter hatte eine höhere", sagt der Algenstedter stolz. Denn auch in der Vergangenheit konnte er schon oft die Höchstpunktzahl für sich verbuchen.

Zuweilen, so Päleke lächelnd, könnten es Züchterkollegen deshalb auch kaum noch glauben. "Wie machst Du das nur immer?", werde er deshalb oft gefragt.

Denn gerade die Deutschen Schautauben - Päleke züchtet die Farbschläge dunkel, rot, weiß und gefleckt - sind eine sehr beliebte Taubenrasse unter Züchtern. Und so gibt es auch dementsprechend viele Ausstellungstiere. Ein Erfolg bei so viel Konkurrenz ist deshalb eine echte Leistung.

Und na klar, es gibt auch ein Geheimrezept. Christian Päleke hat allerdings einen anderen Namen dafür: Es sei wohl eher "Fingerspitzengefühl", sagt er. Denn auch Züchten habe etwas mit Professionalität zu tun. Seine Tauben schaut sich der Algenstedter deshalb schon sehr genau an, bevor er sie verpaart. "Tauben, die ein und denselben kleinen Fehler haben", werden kein Paar. Schließlich soll der Makel sich nicht in den Nachkommen wiederfinden. "Manche erkennen das vielleicht nicht", glaubt Päleke, der mittlerweile ein echtes Gespür dafür entwickelt hat, welche Tiere sich am besten zur Zucht eignen.

Wichtig ist aber natürlich auch die Fütterung. Besonders ölhaltiges Futter erzeugt zum Beispiel den typischen "Käferglanz", beschreibt der Fachmann. Seine Schönste aus der diesjährigen Zucht präsentiert dieses Merkmal denn auch eindrucksvoll: Die dunklen Bereiche ihres Federkleides glänzen und schimmern nämlich tatsächlich wie ein Paillettenbesatz.

Neben dem Fingerspitzengefühl bei Paar-Auswahl und Futter hat Päleke aber noch eine andere Geheimwaffe. Denn täglich kümmert sich neben ihm auch sein Vater Horst Päleke um die geflügelten Schönheiten im heimischen Taubenschlag, übernimmt vor allem alltags das Füttern der Tiere.

Gemeinsam freuten sich Vater und Sohn deshalb auch in diesem Jahr wieder über den großen Erfolg bei der Bundesausstellung. Denn am Sonntag, dem Tag der Siegerehrung, kam Päleke senior extra in die sächsische Metropole nachgereist. Gemeinsame Freude ist eben auch in Pälekes Familie doppelte Freude.

Grund zur Freude habe aber auch in diesem Jahr wieder Züchterkollege Dirk Strathausen gehabt, versichert Christian Päleke. Denn auch der Kloster Neuendorfer konnte seine Tiere unter den preisgekrönten platzieren.

Ob es im kommenden Jahr ein sechster Meistertitel wird? Päleke weiß das natürlich nicht. Zudem ist er auch noch nicht sicher, ob er 2012 an der Deutschen- oder doch lieber an der Europameisterschaft teilnimmt. Es gibt schließlich auch noch andere Erfolge zu erringen.