In der Letzlinger Grundschule gibt es ein kleines Fundbüro. Denn hin und wieder vergessen die Schüler allerhand.

Letzlingen l Die beiden großen Boxen reichen fast nicht aus, um die vielen Kleidungsstücke aufzubewahren, die im Laufe eines Schuljahres in der Letzlinger Grundschule vergessen werden. "Wann immer wir Kleidung finden, legen wir sie in diesen Kisten ab", erklärt Schulleiterin Silvia Lehmann.

Regelmäßig finden die Lehrer und Reinigungskräfte Mützen, Schals, Handschuhe und vieles mehr. "Wenn Kinder spielen, wird schon einmal das eine oder andere vergessen, so ist das eben", erklärte Lehmann. Weil das mit einer solchen Regelmäßigkeit vorkomme, sei das "Fundbüro" in der Letzlinger Schule eingeführt worden. "Das sind eben diese beiden Kisten, in denen wir erst mal alles aufbewahren", berichtete die Schulleiterin weiter.

Damit die Kinder nicht ständig an die Tür des Sekretariats klopfen müssen, um nachzufragen, ob sich denn ihr verlorenes Kleidungsstück angefunden habe, "haben wir uns für eine Art offenes Fundbüro entschieden", erzählte die Schulleiterin.

Das bedeute, dass die beiden Kisten für jeden zugänglich im Flur am Ausgang zum Schulhof stehen und die Kinder jederzeit dort suchen können, ob nicht ihr vermisstes Kleidungsstück dort enthalten ist. "Das klappte allerdings nicht so gut", berichtete die Lehrerin. Deswegen weist nun ein großer gelber Pfeil auf die Kartons. Dort steht auch der Hinweis, dass jedes Kind regelmäßig hineinsehen soll. "Allerdings sind die Kisten immer voll", sagte Silvia Lehmann: "Die Jungen und Mädchen sehen selten dort rein."

Deswegen richtet sich die Schulleiterin noch einmal an die Eltern und Großeltern: "Wenn Sie Ihr Kind aus der Schule abholen, nehmen Sie sich doch etwas Zeit und stöbern dort in der Kiste. Vielleicht gehören ja einige Stücke zu Ihnen."

Vor allem Handschuhe und Wintermützen haben sich dort in den vergangenen Wochen angesammelt. Darüber hinaus sind aber auch komplette Turnbeutel, Rucksäcke, Schals, Westen und viele andere Kleidungsstücke dort zu finden.

Auf die Frage, was mit den Sachen passiere, wenn sich kein Besitzer melde, sagte die Lehrerin: "Dann spenden wir sie." Einmal im Jahr werden die Kisten geleert und die Sachen der Kleidersammlung des Deutschen Roten Kreuzes übergeben. "Auch die Hilfslieferungen der Familie Bartel, die für die Menschen in Zvoristea in Rumänien sammelt, haben wir schon damit unterstützt", sagte Silvia Lehmann. Die meisten Sachen seien schließlich noch gut, einige kaum benutzt. "So dienen sie wenigstens einem guten Zweck und wir haben wieder Platz für neue Fundstücke", fügte sie an.