Die Pläne für den Bau eines Freizeitparkes in Ackendorf mit einer großen Golfanlage, Schwimmhalle und Hotel sind offenbar wieder aktuell. Für die nächste Beratungsrunde der Ausschüsse liegt dazu eine Beschlussvorlage vor.

Ackendorf l 20 Jahre ist es her, als es die ersten Aktivitäten für den Bau einer Freizeitanlage bei Ackendorf gab. Bereits 1992 wurde ein Planverfahren angestrebt und erste Verfahrensschritte in Gang gesetzt. Das Projekt war mehrfach Beratungsgegenstand im Gemeinderat der damals noch selbstständigen Gemeinde Berge mit seinen Ortsteilen Ackendorf und Laatzke. Dann war es jahrelang ruhig um den Freizeitpark. Vor einigen Jahren hieß es dann, dass eine Realisierung aus finanziellen Gründen nicht mehr möglich sei, denn schon vor Jahren ging es um eine zweistellige Summe in Millionenhöhe, die in diesen Park investiert werden sollte (wir berichteten).

Offenbar haben sich die Zeiten in dieser Frage geändert. Federführend für den Bau der Projektes mit geschätzten Investitionskosten von 40 Millionen Euro ist die Firma Gladio Sports Intelligence GmbH mit Sitz in Fulda. Dieses Unternehmen hat sich laut Internetauftritt der Firma auf Projektentwicklung, Marketing, Markenmanagement, Kommunikation und Projektberatung im Sport spezialisiert. "Eines der Hauptziele des Unternehmens ist es, die Kraft des Sports auf neue, sich entwickelnde Räume auszudehnen und das enorme soziale und wirtschaftliche Potential dieser Branche weiter zu lenken", heißt es auf der sparsam gestalteten Unternehmensseite.

Die Gladio Sports Intelligence werde das Projekt zur Startphase führen und so die nötige Basisvoraussetzung für den Einstieg von Investoren schaffen, schreibt das Bauamt in seiner Beschlussvorlage für eine Grundsatzentscheidung des Stadtrates zu diesem Projekt. Realisiert werden soll die Anlage in einer internationalen Kooperation von Bauunternehmern, Investoren und Sponsoren.

Insgesamt handelt es sich um ein Großprojekt, das auf einer Fläche von etwa 63 Hektar nahe Ackendorf entstehen soll. Eigentümer der Fläche ist derzeit noch die Stadt Gardelegen. Geplant ist der Bau eines Hotels mit Tagungsräumen, Restaurants und Diskotheken, Veranstaltungspavillons und Appartements. Zu den sportlichen Bereichen sollen Tennisplätze, eine Tennishalle mit Kletterwand, eine Schwimmhalle mit Tauchbecken, eine Squash- und Badmintonhalle, eine Bowlingbahn, ein öffentlicher 18-Loch-Golfplatz gehören sowie Indoor Golf, Zielgolf und Minigolf. Darüber hinaus ist ein Fitness-, Wellness- und Physiotherapiebereich vorgesehen, ebenso kleine Ladengeschäfte unter anderem für Sportartikel. Bei dem Hotel soll es sich um ein Ganzjahreshotel der gehobenen Kategorie mit 212 Betten und guter Gastronomie handeln. Die Initiatoren gehen bei der Belegungs- und Auslastungsberechnung davon aus, dass die Nutzung durch Touristen, die die Altmark besuchen, nur ein geringfügiger Anteil sein wird. Der Tourismus ist nur mit fünf Prozent angegeben. Zu den Hauptnutzern sollen Geschäftsreisende (15 Prozent), Seminarprojekte, Tagungen, Schulungen, Sportveranstaltungen und Trainingslager (15 Prozent) gehören, und 30 Prozent Auslastung erhoffen sich die Bauherren von deutschen und europäischen Sportartikelhändlern und -herstellern. Dabei setzen die Initiatoren offenbar auch auf die Nähe des Letzlinger Gefechtsübungszentrums.

Die Sauna- und Fitnessmöglichkeiten sowie die Sportanlagen sollen nicht nur den Hotelbesuchern zur Verfügung stehen, sondern sollen auch öffentlich nutzbar sein. Im Fitness- und Wellnessbereich sollen zudem medizinische Behandlungen angeboten werden.

Die Zufahrt zum Freizeitpark wird laut Beschlussvorlage nicht durch Ackendorf ermöglicht. Zur verkehrsmäßigen Erschließung sollen vorhandene, unbefestigte Wege genutzt werden.

Der Ortschaftsrat Berge wird das erste Gremium sein, das sich mit dem Thema Freizeitpark Ackendorf als Anhörung zu den folgenden Ausschuss- und Stadtratssitzungen befassen wird. Der Ortschaftsrat tagt dazu am kommenden Dienstag, 28. August, ab 19 Uhr im Sportzentrum Berge. Am Montag, 3. September, beschäftigt sich mit dem Projekt der städtische Bauausschuss. Beginn der Sitzung ist um 19 Uhr im Rathaussaal. Am 11. September folgt der Hauptausschuss und am 17. September abschließend der Stadtrat.