Letzlingen (iwi) l Letzlingens Ortsbürgermeisterin Regina Lessing ahnt nichts Gutes: "Ich befürchte, dass es in den nächsten Tagen zu größeren Konfrontationen kommen wird", sagte sie im Dienstagabend bei der Ortschaftsratssitzung im Hinblick auf das gestern in Potzehne eröffnete antimilitaristische Camp. Seit Montag kampieren einige Frauen und Männer bereits mit einer genehmigten Mahnwache auf dem Marktplatz.

Am Dienstagnachmittag waren Camp-Organisatoren bei Lessing zu Hause: "Sie kamen, um mich recht massiv in Kenntnis zu setzen, dass 500 Leute im Anmarsch sind." Dann würde der Marktplatz ersticken. Die Demonstranten hätten jedoch nicht richtig verstanden, dass es eine andere Situation als in Gorleben sei. "Denn wir leben hier sehr gut mit der Bundeswehr", so die Ortsbürgermeisterin. Der Ortsteil Letzlingen habe als Verhandlungspartner für Camp-Flächen auch gar nicht zu Verfügung gestanden, "weil inzwischen alle Flächen der Stadt gehören".

Sie kritisierte die geplanten militanten Übergriffe bei der konzertierten Aktion am kommenden Sonnabend am GÜZ. "Wer von vornherein davon ausgeht, dass es um Sachbeschädigung geht, das kann nicht gutgehen." Sie bat die Mitglieder des Ortschaftsrates Familien und Umfeld zu bitten, dass sie ihrem Alltag nachgehen "und sich nicht provozieren lassen sollen". Lessing: "Ich hoffe für unsere Häuser, dass es schadfrei abgeht. Wollen wir optimistisch sein."

Laut Angaben der Mahnwache-Teilnehmer durften diese beim Gewitter am Dienstagabend, als die Stromzufuhr unterbrochen war, keine Kerzen und Teelichter anzünden. "Uns wurde gesagt, wegen der Brandgefahr. Sonst würde der Marktplatz von der Polizei geräumt werden", sagte ein Teilnehmer gestern.

Gestern jedoch kochten die Aktivisten auf einem Gaskocher mit offener Flamme ihr Mittagessen wieder auf dem Letzlinger Marktplatz. Es gab Suppe.