Zwei Stunden Unterhaltung bot die Musical Factory Gardelegen mit "Dinner for One". Die Hauptrollen spielten Ulf Wilmerstaedt, Heike Schmiede und Volker Winkel.

MIeste l Die schlurfenden Schritte, der schon etwas wackelige Gang, der nach vorn gebeugte Hals - das sah am Ende in der Tat alles sehr nach dem Original aus. Und es wohl auch wirklich eine Kunst, so ein Kultstück wie "Dinner for One" auf der Bühne zu zeigen.

Die Musical Factory Gardelegen wagte sich ein drittes Mal an das Werk, mehrere hundert Gäste sahen die Aufführungen am vergangenen Wochenende in Mieste, Letzlingen und Gardelegen.

Äußerst überzeugend in der Rolle des Butlers James war Ulf Wilmerstaedt (48), der sich mit zunehmendem Alkoholspiegel in Fahrt spielte und auch das Hähnchen bei seinem Stolperer über den Tiger perfekt ins Publikum fliegen ließ. Der Beetzendorfer ist von Beruf Lehrer. Die Rolle der Miss Sophie spielte Heike Schmiede (54). Für die Gardelegerin, die von Beruf Krankenschwester ist, war es die erste Rolle bei der MFG.

Zum Inhalt: Der angesehene Regisseur Schlenk (Volker Winkel) sucht händeringend passende Darsteller für die Rollen der Miss Sophie und des Butlers James. Zum Vorsprechen kommen Elvira (Heike Schmiede) und Klaus (Ulf Wilmerstaedt), ein seit Jahrzehnten gemeinsam durch die Lande tingelndes Komiker-Duo, das eine aberwitzige Profilierungsschlacht liefert. Die beiden waren lange ein Paar und dementsprechend katastrophal ist ihr Umgang miteinander. Rollen und Privates gehen wild durcheinander. Da die Premiere immer näher rückt, bleibt dem Regisseur keine Wahl, er muss die beiden nehmen. Am Ende der Probe bittet Thielmann verzweifelt: "Können wir nicht Miss Sophie im Stück weglassen?" Recht lang ist der erste Akt, in dem sich das Pärchen immer wieder behakt und der Regisseur einschreiten muss.

Noch bei der ersten Runde Sherry, die Butler James für die Gäste von Sophie einschenkt, faucht er "for you, du Schnepfe", als er hinter ihrem Stuhl vorbeigeht. Die Zuschauer haben besonders beim eigentlichen "Dinner for One" viel zu lachen, dank des wirklich großartiges Butlers. Als der Champagner aus der Flasche spritzt und James sich die Ohrläppchen betupft, gibt es sogar Szenenapplaus.

Sehr schön für die Zuschauer in den ersten Reihen war die Aufführung mitten im Publikum. Weiter hinten war das Geschehen nicht ganz so gut zu verfolgen. Die Premiere in Mieste war ein schöner Abend, wenn auch nicht mit ganz so viel Esprit und Charme wie bei den Aufführungen früheren Jahren.

   

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