Elbe-Parey l Nicht allzu oft kommen Minister in die kleine Gemeinde Elbe-Parey. Als in dieser Woche der Startschuss für den Bau einer neuen Schleuse zwischen Zerben und Güsen gegeben wurde, nutzte Bürgermeisterin Jutta Mannewitz ihre Chance.

Im Rahmen der üblichen feierlichen Reden vor dem Beginn eines so wichtigen Projektes, wies sie den Landes-Bauminister Thomas Webel (CDU) darauf hin, dass unweit der Schleusenbaustelle eine Kanalbrücke die heimische Wirtschaft ausbremse. Dabei handele es sich um die Brücke auf der Landesstraße 54 gleich hinter Parey. Das Bauwerk überspannt den Pareyer Verbindungskanal, der wiederum heimische Unternehmen mit dem Elbe-Havel-Kanal verbindet.

Abgesehen davon, dass die Kanalbrücke nicht gerade im besten Zustand ist, bremst das Bauwerk die dahinter liegenden heimischen Unternehmen aus, klagte die Bürgermeisterin in einem Schreiben, welches sie dem Bauminister überreichte. Eingeschränkt von der Brücke sei beispielsweise eine Werft, führte sie an.

Die Durchfahrtshöhe auf dem Wasser betrage gerade einmal 4,50 Meter. Nur mit Tricks ließen sich größere Wasserfahrzeuge unter der Brücke durchbringen, führt die Bürgermeisterin an. Wiederholt habe sich die Gemeinde in den zurückliegenden Jahren an das zuständige Verkehrsministerium in Magdeburg gewandt, erklärte sie weiter. Mittelfristig solle das Land die Erneuerung der Brücke in die Planung aufnehmen, forderte die Bürgermeisterin den Minister zum Handeln auf.

Dabei hat sie bereits Erfahrung mit maroden Brückenbauwerken. Jahrelang beschäftigte bei Bergzow ein noch maroderes Bauwerk Bürger und Verwaltung, bis der Bund die Brücke endlich ersetzte. Der wirtschaftliche Aspekt sei allerdings das entscheidende Argument, meinte die Rathaus-chefin. Wenn die heimischen Unternehmen nicht alle Aufträge annehmen können, weil die Rahmenbedingungen nicht stimmten, seien die Standorte in Gefahr, meint die Bürgermeisterin. Deswegen müsse das Land bald handeln und dürfe die Brückenfrage nicht auf die berühmte lange Bank schieben, warnt sie.