Nicht nur Ausstellungen sind im Kreismuseum Genthin zu finden, sondern auch ein Archiv voller Dokumente über die Heimatgeschichte der Region. Dieses bekommt jetzt Zuwachs. Vertreter der Gemeinde Elbe-Parey übergeben Werke über die Familie von Plotho von Karl-Heinz Eigner.

Parey/Genthin l Immer wieder bekommt Elbe-Pareys Bürgermeisterin Jutta Mannewitz Einladungen vom Genthiner Kreismuseum - zu Vernissagen, Finissagen, besonderen Veranstaltungen. Jetzt drehte sie den Spieß ein wenig. Sie lud sich und Pareys Ortschronistin Christiane Wagner selbst beim Museum ein. Denn ein besonderer Fund wurde ihr per Post zugesandt.

"In dem Bestand von unserem ehemaligen Pfarrer Schollmeyer wurden die gesammelten Werke über die Familie von Plotho von Karl-Heinz Eigner gefunden. Frau Schollmeyer schickte uns die Bände zur Verwendung", erklärt Jutta Mannewitz der freudigen Museumsleiterin Antonia Beran.

Da die Werke bereits in Parey und im Schloss Zerben zur Einsicht vorhanden sind, wandte sich die Bürgermeisterin an Christiane Wagner vom Heimatverein. "Sie schlug sofort vor, diese Werke dem Kreismuseum zu überlassen", erzählt Mannewitz.

Fünf gebundene Bände gehen damit in den Besitz des Kreismuseums über. "Es freut mich sehr und ich finde es sehr wichtig, dass wir solche Werke auch bei uns haben, denn ein Museum ist nicht nur Ausstellungsort, sondern auch ein Archiv", erklärt Museumsleiterin Beran. Christiane Wagner kann das nur bestätigen. Viele Tage und Stunden hat sie bereits in den alten Räumen des Museums verbracht, hat Zeitungen durchstöbert oder in anderen alten Dokumenten gelesen. "Jeder, der sich mit Heimatgeschichte beschäftigt, ist auf das Museum angewiesen", weiß sie.

Deshalb ist es nicht das erste Mal, dass Christiane Wagner historische Stücke an das Museum weitervermittelt hat. "Ich erinnere mich bei Christiane Wagner immer als erstes daran, dass sie sich für uns von ihrem Kinderspielzeug getrennt hat. Eine Puppenstube und Geschirr hat sie uns für Ausstellungszwecke überlassen", berichtet Beran. Außerdem hat sie schon Urkunden und andere Leihgaben für Themenausstellungen vermittelt.

"Wir pflegen zu den meisten Heimatvereinen enge Kontakte", sagt Beran. Es wäre wie ein Geben und Nehmen. Denn die Heimatvereine würden das Archiv gerne nutzen, andersherum wäre das Museum auch häufig auf das lokal-spezialisierte Wissen der Vereine angewiesen - und die Leihgaben nicht zu vergessen.

"Ich war sehr überrascht, als wir das Museum betraten und Frau Wagner mir immer wieder Dinge zeigte, die aus unserer Region kommen. Ich wusste gar nicht, dass unsere Gemeinde hier mit so vielen Ausstellungsstücken vertreten ist", wundert und freut sich Bürgermeisterin Jutta Mannewitz gleichermaßen. "Es ist zwar alles altes Zeug, aber trotzdem sehr lebendig", kommentiert die Ortschronisten mit Blick auf die Ausstellungsstücke. Genau das wäre es letztlich, was das Genthiner Kreismuseum ausmacht. Das es eben nicht nur eine Ausstellung ist, sondern dass die Stücke, die gezeigt werden, nah am Leben sind.

Mit dieser Mischung aus lebensnah und archivierter Historie lockt das Museum zahlreiche Besucher an. "Wie oft es hier klingelt, das hätte ich gar nicht vermutet", kommentiert Mannewitz. Ob Schulklassen, Vereine, Reisegruppen oder Privatpersonen - das Interesse an der Vergangenheit ist groß. "Wir haben auch häufig Nachfragen in Sachen Familiengeschichte. Gerade hier müssen wir auf ein gutes Archiv zurückgreifen können", erzählt Antonia Beran. Und betont dabei, dass zu einer guten, komplettierten Bibliothek eines Kreismuseums genau solche Arbeiten, wie die von Karl-Heinz Eigner gehören. Umso mehr freue sie sich, dass sie jetzt diese Werke des ehemaligen Museumsmitarbeiters zum Archiv dazu zählen darf.