Die Zerbener Kameraden haben das 80-jährige Bestehen ihrer Feuerwehr gefeiert, und sie blieben dabei nicht allein: Sowohl bei der Festveranstaltung am Freitagabend als auch beim Tag der offenen Tür am Sonnabend freuten sie sich über eine Resonanz, die überwältigend war.

Zerben l Es mussten noch weitere Plätze geschaffen und eingedeckt werden, ehe es am Freitag losgehen konnte: Fast 90 Personen waren es schließlich im Saal der Agrargenossenschaft. "Damit haben wir nicht gerechnet", gestand Steve Flügge, Ortswehrleiter in Zerben. Vertreter von Elbe-Pareyer Ortsfeuerwehren waren dabei, von der Feuerwehr Genthin und der Feuerwehr Jerchel, vom Landkreis, von der Gemeinde, von Vereinen. Und als Ehrengäste waren drei Kameraden der Feuerwehr der polnischen Partnergemeinde Jastarnia und ein Begleiter anwesend. Mit ihnen hatten die Zerbener Gastgeber an den Tagen zuvor schon ein umfangreiches Besuchsprogramm absolviert.

Alte Reichsbahnuniformen und eine Handdruckspritze

Natürlich gehört zu einem solchen Jubiläum, einiges aus der Chronik zu berichten. Das hat auf Bitten der Zerbener Kameraden Hohenseedens Ortswehrleiter Marko Gummelt übernommen. Daraus nur einige Stichpunkte: Gegründet wurde die Feuerwehr Zerben am 23. September 1933, erster Wehrleiter war Walter Kausch, danach folgte Bäckermeister Walter Schmidt. Steve Flügge ist nun der 14. Wehrleiter. Statt Schutzkleidung trugen die ersten Kameraden alte Reichsbahnuniformen, ihre erste Technik war eine Handdruckspritze mit Pferdegespann.

Unter Leitung von Walter Schmidt wurde das Feuerwehrhaus in der Schulstraße gebaut, das bis 1999 genutzt wurde.

Die Technik wurde über Tragkraftspritzen und nacheinander verschiedene gebrauchte Fahrzeuge immer moderner. Ein Höhepunkt war 2006 die Anschaffung des Rettungs- und Transportbootes der Gemeinde Elbe-Parey, das seinen Standort in Zerben bekam. Im Jahr 2009 bekam Zerben den LF 16-Ts der Stadt Burg, damit wurde die Ortsfeuerwehr Teil des Katastrophenschutzes und der kreislichen Feuerwehrbereitschaft. Seit 2012 ist die Zerbener Wehr dem Fachdienst ABC unterstellt.

Am 21. September 1998 wurde der Grundstein für das neue Feuerwehrgerätehaus gelegt, am 23. Oktober war Richtfest und am 12. Januar 2000 wurde es übergeben.

Am 21. Januar 1995 wurde die Jugendgruppe gegründet. Erster Jugendwart war Patrick Kohrt. Jugendarbeit gab es aber auch schon in den 70er und 80er Jahren. Ein Höhepunkt für die Zerbener Feuerwehrjugend war 2006 in Staßfurt der Erwerb der Leistungsspange.

Zu ergänzen ist, dass 2008 die Kindergruppe gegründet wurde, deren fünfjähriges Bestehen nun begangen wurde.

Zerbener Feuerwehr ist heute aktiv und leistungsfähig

Die Freiwillige Feuerwehr Zerben gehört heute zu den leistungsfähigsten Wehren der Gemeinde Elbe-Parey. In dem knapp 300 Einwohner zählenden Dorf hat eine Feuerwehr mit immerhin 16 aktiven Mitgliedern, sieben passiven, die die Einsatzgruppe unterstützen und fünf Mitgliedern in der Alters- und Ehrenabteilung, dazu eine Kinder- und Jugendfeuerwehr. Die Kameraden sind sehr gut ausgebildet, betonte Steve Flügge. Dass von 16 Kameraden 13 als Atemschutzgeräteträger einsatzbereit sind, ist hervorragend. Und die Zerbener Ortsfeuerwehr stellt mit Dietmar Kohrt und Steve Flügge auch die Gemeindewehrleitung von Elbe-Parey.

Für die neue Jugendwartin Kristin Langner - seit Mai 2013 in dieser Position, gerade 22 Jahre alt, aber schon seit 10 Jahren in der Feuerwehr - war es der erste Bericht, den sie öffentlich hielt, und sie tat es mit Bravour. In der Kindergruppe (5 bis 9 Jahre) gibt es derzeit vier Mitglieder, sie treffen sich einmal im Monat. Die Jugendgruppe hat 12 Mitglieder. Hier erfolgt die Ausbildung alle zwei Wochen. Die Jugendlichen bereiten sich auf das Ablegen der "Jugendflamme 1" und auf die Teilnahme an Wettkämpfen ab dem nächsten Jahr vor.

Gute Wünsche übermittelten unter anderem Kreisbrandmeister Walter Metscher, Bürgermeisterin Jutta Mannewitz und als stellvertretender Vorsitzender des Gemeinderats Werner Meier, der der Zerbener Feuerwehr viel Lob und Anerkennung zollte.

Viele haben geholfen, damit es ein gelungenes Fest wird

Beim Tag der offenen Tür am Sonntag waren dann mindestens 300 Besucher gekommen. Eine tolle Technikschau wurde ihnen gleich zur Eröffnung beim Umzug der Fahrzeuge präsentiert: Voran fuhr das Fahrzeug der polnischen Gäste, gefolgt von der neuen Drehleiter der Stadt Jerichow, die natürlich zu den Attraktionen an diesem Tag zählte.

Später sorgte der Fanfarenzug Niegripp für Unterhaltung, es gab Spaß für die Kinder mit Feuerwehrrundfahrten, der Feuerwehr-Hopseburg, Pferden vom Reiterhof Jana Buschil und natürlich Zielspritzen mit der Kübelspritze. Beim Zielangeln konnten sich auch die Erwachsenen bewähren.

Das Schwein am Spieß wurde von Familie Krüger aus Schlagenthin gesponsert, berichtete Steve Flügge. Der Kontakt zu Krügers sei durch den Kat-Schutz zustande gekommen, und sie wollten den Zerbenern zum "Geburtstag" einfach gern dieses Geschenk machen. Ebenso haben spontan mehrere Bürger Geld gesammelt und den Kameraden in die Hand gedrückt - als Dankeschön unter anderem für den Einsatz bei Hochwasser. Dies, entschieden die Kameraden, sollte allen zugute kommen, und so gab es einen Teil der Getränke frei. Die Gemeinde hatte entsprechend der Satzung 500 Euro zum Jubiläum beigesteuert, der Feuerwehrverein Bergzow half direkt vor Ort, ebenso wie weitere Bürger, die Agrargenossenschaft stellte den Raum samt Ausstattung. "Ohne diese viele Hilfe wäre das gar nicht möglich gewesen", betonte Flügge.

Was an Erlösen beim Tag der offenen Tür zusammen kam, soll die Elbe-Pareyer Jugendfeuerwehr bekommen. Geplant sei im nächsten Jahr eine Fahrt zur Ostsee nach Baabe, das ebenfalls Partnergemeinde von Jastarnia ist.

   

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