Genthin l "Der Sachsen-Anhalt-Melder wird angenommen und ist eine Bereicherung für die Verwaltungsarbeit", stellt Bürgermeister Thomas Barz im Gespräch mit der Volksstimme fest. Ende August war das Meldesystem im Internet an den Start gegangen. Einwohner können dort Mängel in der Stadt an die Verwaltungsmitarbeiter weiterleiten.

Rund die Hälfte der Meldungen bezögen sich auf defekte Straßenbeleuchtung, hat der Bürgermeister festgestellt. "Zumeist wird der festgestellte Schaden recht konkret geschildert", so Barz. Dadurch gäbe es kaum Meldungen, die nicht freigegeben werden können. "Wir haben dagegen Probleme mit zu allgemeinen Beschreibungen", erläutert der Stadtchef. Eine Anmerkung wie "Straße in keinem guten Zustand" sei in der Verwaltung schlecht zu bearbeiten. Insgesamt seien in den vergangenen Wochen über 70 Meldungen eingegangen, die zum großen Teil auch bearbeitet werden können. Zu erkennen ist der Bearbeitungsstand an einem Ampelsystem.

Rot bedeutet noch nicht bearbeitet, gelb in Bearbeitung und grün steht für bearbeitet. "Wir gehen dabei immer nach dem Stand der Bearbeitung, die wir als Stadt durchführen können", führt Barz aus. Die Meldung "Schild - Landschaftsschutzgebiet gestohlen" sei beispielsweise an den Landkreis weitergeleitet worden. "Damit ist dieser Sachverhalt für uns als Kommune erledigt, auch wenn wir wissen, dass der Sachverhalt noch nicht endgültig bearbeitet ist.

Der Sachsen-Anhalt-Melder stößt auch auf Interesse in der Region. Kürzlich sahen sich Vertreter aus drei Kommunen, unter anderem aus der Börde, das E-Government-System der Stadt Genthin an, um es möglicherweise zu übernehmen. Zum E-Government gehören neben dem Melder auch die papierlose Ratsarbeit und der Bürger- und Unternehmensservice auf der städtischen Internetseite. Die BUS genannte Onlinefunktion ist eine dem Melder vorgeschaltete Funktion und bietet die Möglichkeit, ein Gewerbe online an-, um- oder abzumelden. "Darin steckt viel Arbeit", so Barz. "Aber das System wird weit weniger stark angenommen, dabei ist es eine gute Sache", meint der Bürgermeister.

Mit Hilfe des BUS kann man sich einen Überblick verschaffen, wer im Land für welche Sache zuständig ist und sich zahlreiche Formulare auf den eigenen Computer herunterladen oder gleich online ausfüllen und wegschicken. Die Idee dahinter ist, den Bürgern Zeit und Wege zu ersparen. "Mit unserem BUS können die meisten Verwaltungsangelegenheiten vom heimischen Computer aus erledigt werden", wirbt das Land für sein Angebot.