Wer im Zerbener Schloss eine private Feier in besonderem Ambiente ausrichten oder seine Geschäftsfreunde empfangen möchte, hat dazu vermutlich bald eine Möglichkeit. Denn der Elbe-Pareyer Hauptausschuss stimmte einhellig einer entsprechenden Nutzungsentgeltsatzung zu. Entscheiden muss nun der Gemeinderat.

Zerben l Ursprünglich waren nur kleinere Veranstaltungen wie Lesungen und Konzerte sowie Trauungen im Schloss vorgesehen. Eine private Nutzung sollte eigentlich nicht zugelassen werden. Doch im Zuge der Haushaltskonsolidierung wurde die Frage gestellt: "Warum eigentlich nicht?", begründete Bürgermeisterin Jutta Mannewitz in der jüngsten Hauptausschusssitzung die aktuelle Beschlussvorlage.

Es gebe bereits einen Entwurf für eine entsprechende Satzung, sagte Bauamtsleiterin Gabriele Panzlaff. "Aber es sind so viele Details zu bedenken, dass eine Extraberatung dazu notwendig ist."

Jetzt geht es also erstmal um eine Grundsatzentscheidung, und was das angehe, sei er dafür, betonte Gemeinderatsvorsitzender Egon Buchmann (Güsen). Zerbens Ortsbürgermeister Rolf Wegener sieht die Sache noch aufgeschlossener: "Das ist schon lange überfällig!", findet er.

Gestattet werden soll die private Nutzung ausschließlich im Erdgeschoss und nicht in den Museumsräumen oben. Auch sollen die Öffnungszeiten außen vor bleiben, so dass der normale Besucherverkehr nicht eingeschränkt wird. Zur Verfügung stehen würden dann das sogenannte Luisencafé für bis zu 55 Personen, das kleine Kaminzimmer, eine Teeküche, ein kleiner Garderobenraum und die Toiletten.

Berechnet werden sollte ein stündliches Entgelt, das sich aus den laufenden Kosten für die Bewirtschaftung ergibt, und es sollte auch im Vorfeld eine Kaution hinterlegt werden müssen, die bei ordnungsgemäßer Übergabe nach der Nutzung zurückerstattet wird. Über konkrete Zahlen wurde noch nicht geredet, fest steht nur, dass es nicht ganz billig werden wird. Jutta Mannewitz ist aber überzeugt: "Wer dieses Ambiente zu schätzen weiß, wird auch dafür bezahlen." Denn etliche Anfragen habe es schon gegeben.

Ohne große Diskussionen wurde in der Hauptausschusssitzung schon vorher eine andere Beschlussvorlage zum Schloss durchgewinkt: Hierbei geht es um die Erhöhung der Eintrittspreise. "Diese sind bereits erhöht worden. Das ist jetzt nur eine Untermauerung durch einen Beschluss", erklärte Jutta Mannewitz. Zurzeit wird ein Eintrittspreis von 3,50 Euro für einen Erwachsenen, 3 Euro ermäßigt, erhoben. Mit Führung kostet es 5 Euro beziehungsweise 4 Euro.

Von den anwesenden Hauptausschussmitgliedern stimmten vier für diese Eintrittspreise, zwei enthielten sich der Stimme. Entscheiden wird auch hier der Gemeinderat in seiner Sitzung am morgigen Dienstag, 5. November, ab 19 Uhr im Gemeindeamt, Thälmannstraße 15.