Zerben (sta) l Es war ein stilles Gedenken gestern auf dem Friedhof in Zerben: Anlässlich des Volkstrauertags fand auch dieses Jahr wieder eine Kranzniederlegung statt, erstmals jedoch ohne die Güsener Jagdhornbläser, die jene Minuten noch eindringlicher, mahnender gestaltet hatten. Es war zu kurzfristig diesmal entschieden worden, deshalb klappte es nicht, begründete Zerbens Ortsbürgermeister Rolf Wegener. Er hatte es nun übernommen, einige Worte zu sprechen und hat betont, diese Tradition hier in Zerben fortsetzen zu wollen, auch wenn der Heimatkreis nun aufgelöst ist, der viele Jahre dazu eingeladen hatte.

Immer weniger seien noch da, die die furchtbaren Kriegsjahre bewusst erlebt haben, erinnerte Wegener. Gerade deswegen dürfe man nicht aufhören daran zu erinnern, wie viel Leid sie gebracht haben. Denn zum Beispiel die Finanzkrise von 2007, die bis heute nachwirke, haben Neonazis genutzt, die Menschen mit ihren Anschauungen zu infizieren und wieder Fuß zu fassen.

Auch Elbe-Pareys Bürgermeisterin Jutta Mannwitz war wieder hierher gekommen und unterstrich ebenfalls die Notwendigkeit des Erinnerns. Sie richtete auch ihren Dank an Marianne Schünecke, ehemalige Vorsitzende des nun aufgelösten Heimatkreises Zerben, dass sie dieses Gedenken ins Leben gerufen und über viele Jahre aufrechterhalten hatte.

Zerben ist die einzige Ortschaft der Gemeinde Elbe-Parey, in der eine Kranzniederlegung zum Volkstrauertag mit dieser Regelmäßigkeit stattfindet. Viele Bürger sind es allerdings auch hier nicht mehr, die an diesem Gedenken teilnehmen. Es soll aber trotzdem beibehalten werden.