Der Biber ist ihr "Markenzeichen" und dessen Heimat, die Elbauenlandschaft mit ihren vielen kleineren Tümpeln, ihr Aktionsfeld: Das zweite Jahr gibt es jetzt die Arbeitsgemeinschaft "Junior-Ranger" an der Grundschule Jerichow. Betreut werden die jungen Naturschützer von Mitarbeitern der Biosphärenreservatsverwaltung.

Jerichow l Im vergangenen Schuljahr gab es hier in Jerichow zum ersten Mal eine solche Arbeitsgemeinschaft mit interessierten Schülern der 4. Klasse. Gut gelaufen sei das damals, erinnert sich Peter Oestreich, der jetzt zusammen mit seinem Kollegen Wolfgang Hoffmann von der Biosphärenreservatsverwaltung "Mittelelbe" schon die vierte Veranstaltung mit der neuen Gruppe hat. Alle zwei Wochen treffen sie sich, bleiben ab und zu in der Schule, meist aber geht\'s raus in die Natur.

Wichtig sei, dass den Kindern das Anliegen eines Biosphärenreservats vermittelt wird, erklären die beiden Männer. Dabei werde auch eng mit der Schule zusammen gearbeitet. Manches Thema passt gut in den Unterricht und erweitert die dort erworbenen Kenntnisse. Beim jüngsten Treffen war das auch so: Da ging es um den Luchs. Über den hatten die Kinder im Sachkundeunterricht schon einiges gelernt. Hier nun wurde ein Film angeschaut, der zeigt, wie sich der Luchs in Deutschland wieder ausgebreitet hat. Hier in der Elbaue ist er zwar nicht anzutreffen, im Harz aber schon.

In einer der ersten Veranstaltungen stand ein Quiz auf dem Programm. Es galt, alle möglichen Fragen rund um die Natur zu beantworten. "Die Kinder sollten sich damit ihr Junior-Ranger-T-Sjirt verdienen", schmunzelt Peter Oestreich. Das tragen sie nun stolz bei jedem Treffen.

Beim ersten Ausflug in die Elblandschaft haben sie essbare Pilze und Beeren gesammelt, um die verschiedenen Arten kennen zu lernen und von giftigen unterscheiden zu können. Außerdem gab es eine Menge zu sehen: Graureiher haben sie beobachten können, auch einen Kormoran und einen Silberreiher, berichten sie. Und von einem besonderen Baumpilz erzählen sie aufgeregt: Einen Zunderschwamm hatten sie entdeckt, der so heißt, weil er früher, gut getrocknet, zum Feueranzünden verwendet wurde.

Eine Menge haben sie noch vor, und sie wollen sich auch einbringen, wenn es um Natur- beziehungsweise Artenschutz geht. Geplant sei zum beispiel, beim Aufstellen des Krötenschutzzauns neben der Straße zwischen Klietznick und Jerichow und auch bei dessen Abbau zu helfen.

Die Gruppe vom vorigen Jahr hatte unter anderem Nitkästen gebaut und sich mit einem Stand an einer Veranstaltung zum "Tag der Regionen" auf dem Gelände des Klosters Jerichow beteiligt.