Brandenburg (rpe) l Seit Ende der 90er Jahre wird die weißblühende Rosskastanie von der Rosskastanienminiermotte befallen. Die Larven zerfressen die Blätter, die dann austrocknen und braun werden. Bei starkem Befall rollen sich die Blätter von den Rändern ein. "Die Auswirkungen des Befalls auf die Rosskastanien sind in Grünanlagen der Stadt bereits seit Jahren allgegenwärtig. Während die erste Generation der Miniermotte meist nur den unteren Kronenbereich des Baumes befällt, kann bei starkem Befall bereits die Sommergeneration die Blätter des gesamten Baumes zu 100 Prozent minieren. In der Folge verliert der Baum bereits im August sein Laub. Ende September sind diese Bäume völlig kahl", beschreibt Stadtsprecher Guido Zimmer die Situation.

Gerade in warmen Jahren mit großer Hitze-, Trockenheits- und Staubbelastung kann auch der Befall durch die Miniermotten sehr stark sein. Folgen: Durch den vorzeitigen Laubfall entstehen zusätzliche Kosten für die Reinigung der Straßen und Gehwege und die Laubentsorgung, die grüne Stadt wird kahl und Blätter, die eigentlich den Staub "schlucken" sollen, sind nicht mehr vorhanden.

"Bislang ging man davon aus, dass die Kastanienminiermotte keine natürlichen Feinde in unserer einheimischen Vogelwelt hat. Vogelbeobachter aus dem Südwesten Deutschlands konnten aber 2009 beobachten, dass Kohl- und Blaumeisen von morgens früh bis abends spät befallene Rosskastanien anflogen und Miniermottenlarven an ihre Jungtiere verfütterten", berichtet Zimmer.

Die städtische Fachgruppe Naturschutz, Grünflächen und Friedhöfe der Stadtverwaltung Brandenburg wird nun laut Zimmer an den über 300 Rosskastanien in der Gördenallee an jedem zweiten Baum Meisenkästen anbringen lassen.

Durch die Mitarbeiter der BAS im Naturschutzzentrum Krugpark wurden 150 Meisenkästen hergestellt. Diese werden in den nächsten Wochen durch die Mitarbeiter des Naturschutzzentrums angebracht. Diese Schädlingsbekämpfung kommt Zimmer zufolge auch den an der Gördenallee angrenzenden Grundstücken zugute.