Ab Januar tritt eine neue Entgeltordnung für die Genthiner Schwimmhalle in Kraft. Für anderthalb Stunden Schwimmen sind künftig drei statt bisher zwei Euro zu bezahlen.

Genthin l Die Erhöhung der Eintrittspreise in Schwimmhalle und Sauna hatte der Stadtrat bereits im Frühjahr mit dem Haushaltskonsolidierungskonzept beschlossen. Zwei Ziele hatte sich die Stadt gesetzt. Zum einen sollten die kalkulierten Mehreinnahmen in Höhe von 30 000 (Schwimmhalle) und 12 000 Euro (Sauna) sowie 900 Euro für Gebühren für Schwimmlehrgänge etc. geschafft werden. Zum anderen sollte ein vertretbares Maß nicht überschritten werden, um nicht zu viele Nutzer abzuschrecken.

In der Vorberatung hatte sich sowohl der Bildungs-, Kultur- und Sozialausschuss als auch der Hauptausschuss für die Variante 2 ausgesprochen. Diese hat im Gegensatz zur Variante 1 nur eine 20er statt einer 30er Wertkarte, dafür hält sie aber eine Familienkarte (für zwei Erwachsene und maximal zwei Kinder) bereit.

Mit der Abschaffung der 30er Wertkarte (entspricht fünfmal Rabatt) konnte sich SPD-Fraktionschef Horst Leiste nicht anfreunden. Er sprach davon, dass Dinge verändert würden, die 30 Jahre lang funktioniert hätten. Ihm missfiel zudem, dass (in der favorisierten Variante 2 im Gegensatz zur Variante 1) die Ermäßigungen für Rentner wegfallen. "Unter dem Strich beträgt die Erhöhung für Rentner 100 Prozent", kritisierte er und fügte hinzu, dass er nicht für sich, sondern allgemein spreche.

Bürgermeister Wolfgang Bernicke (parteilos) erinnerte an die wenige Minuten zuvor beschlossene Erhöhung der Kitagebühren, die eine Belastung für Familien sei. "In die Schwimmhalle zu gehen, ist eine freiwillige Sache." Eine Erhöhung um einen Euro für die Einzelkarte bezeichnete er als "human": "Das können auch die Rentner tragen."

Die ebenfalls von Horst Leiste kritisierte Verlängerung der Nutzungszeit von einer auf anderthalb Stunden verteidigte Kurt Wicke (Pro Genthin) als Vorsitzender des Bildungs-, Kultur- und Sozialausschusses. "Die Bürger müssen nicht anderthalb Stunden planschen." Es gehe darum, dass die Besucher der Schwimmhalle abzüglich Ausziehen, Duschen etc. auch tatsächlich eine Stunde im Wasser verbringen könnten. Das Wasser befinde sich so und so im Becken, fügte Wolfgang Bernicke hinzu, da falle diese Verlängerung nicht schwer.

"Jeder Rentner kann sich das leisten", sagte Kurt Wicke. "Ein Duschbad zuhause ist teurer."

Die neue Entgeltordnung ist bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung mit deutlicher Mehrheit beschlossen worden und ab 1. Januar 2012 gültig.