Der Tierschutzverein informiert darüber, welche Überlegungen vor der Verschenkung von Tieren angestellt werden müssen. Viele Menschen überblicken Kosten und Haltung vor der Anschaffung nur unzureichend.

Genthin l Wenn Kinder vor dem Weihnachtsfest ihre Wunschzettel malen und schreiben, befinden sich nicht selten ein Tier darauf: Katze, Hund, Meerschweinchen, Kaninchen oder ein Aquarium - jedes Kind hat da seine eigenen Vorstellungen. Für die Erziehungsberechtigten entstehen dabei einige Fragen: Kann sich mein Kind schon eigenverantwortlich um das Tier kümmern? Welche Kosten fallen in der Unterhaltung an? Hadmuth Mielke vom Tierschutzverein Genthin bestätigt, dass es vielen Eltern und Großeltern so geht. "Wenn sich Kinder Tiere zu Weihnachten wünschen, müssen die Eltern viele Faktoren beachten", sagt sie.

"Am wichtigsten ist es, dass Eltern gut einschätzen können, ob das Kind schon reif für die Pflege des Tieres ist", sagt Christa Rutt, Schatzmeisterin des Tierschutzvereins. Dabei sei jedes Kind unterschiedlich weit in seiner Entwicklung, doch vor dem fünften oder sechsten Lebensjahr ist beispielsweise die Schenkung einer Katze zu früh, erklärt sie. Weiterhin sollten sich die Erziehungsberechtigten vorher darüber informieren, wie alt die von den Kindern gewünschten Tiere werden können. "Eine Katze oder einen Hund kann man schon mal 15 Jahre lang haben", sagt Hadmuth Mielke und weist auch darauf hin, dass die monatlichen Kosten im Blick behalten werden sollten: "Ein Tier kostet nicht nur bei der Anschaffung Geld. Futter- und Tierarztkosten fallen monatlich an." Grob überschlagen müsse man bei einer Katze mit etwa 30 Euro pro Monat rechnen, so die Frau vom Tierschutzverein.

Den Mitgliedern des Vereins ist es ein großes Anliegen, dass die Tiere nicht einfach ausgesetzt werden. "Besonders nach Weihnachten erleben wir das immer wieder. Wenn es mit der Haltung des Tieres nicht funktioniert oder bei einem Familienmitglied plötzlich eine Allergie entdeckt wird, werden Tiere oft ausgesetzt. Das geht nicht", sagt Christa Rutt und ergänzt: "Dann sollten sie lieber zu uns gebracht werden." Um der Problematik vorzubeugen, bietet der Tierschutzverein auch ein Testphasenmodell an: Wer einem Tier vom Verein ein neues Zuhause schenkt, kann dieses erst einmal auf Probe für ein paar Wochen zu sich holen - sollte es Probleme geben, können es die Menschen wieder abgeben.

Hadmuth Mielke erklärt, dass es wichtig ist, zu wissen, wie die Tiere am besten gehalten werden sollten. "Bei einem Hund muss man sich im Klaren darüber sein, dass er viel menschliche Zuwendung und Auslauf braucht. Eine Neubauwohnung ist dafür nicht gerade geeignet. Meerschweinchen und Kaninchen sollte man beispielsweise lieber im Doppelpack kaufen. Hamster sind eher nachtaktiv und für kleine Kinder deshalb ungeeignet - all das sollte man sich vorher einmal überlegen", sagt sie.

Auch dazu, wie die Tiere verschenkt werden sollten, haben die beiden Frauen noch einen Tipp. "Auf gar keinen Fall in Geschenkpapier oder Pappkartons einpacken, das muss anders gelöst werden. Tiere gehören nicht unter den Weihnachtsbaum", sagt Christa Rutt.