Genthin (mfe) l Gestern berichtete der Genthiner Rundblick über einen Vorfall in der Genthiner Innenstadt, bei dem ein Lieferfahrzeug den nachfolgenden Verkehr blockierte. Das Fahrzeug hielt vor der Rossmann-Filiale, um diese zu beliefern. Ein Linienbus musste daher eine halbe Stunde hinter dem Fahrzeug warten, da ein Ausweichen oder eine Weiterfahrt nicht möglich gewesen ist.

Polizeisprecher Thomas Kriebitzsch meint dazu: "In diesem Fall wäre eine Information der örtlichen Polizei durchaus sinnvoll gewesen." In § 12 der STVO sei das Halten zum Be- und Entladen geregelt, dies habe immer unter Vermeidung einer Behinderung oder Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer zu erfolgen.

Kriebitzsch wirft dabei eine weitere Frage auf: "Wenn ein Linienbus diese Engstelle nicht passieren konnte, was wäre, wenn beispielsweise ein dringender Rettungseinsatz der Feuerwehr anstehen würde?" Er empfiehlt die in der Straßenverkehrsordnung genannte gegenseitige Rücksichtnahme nicht nur als Floskel zu verstehen, sondern sie auch zu leben. Rossmann-Sprecher Josef Lange äußert sich zu dem Vorfall: "Wir bedauern diese Sache zutiefst, das ist nicht in unserem Sinne", sagt er. "Wir müssen die Märkte beliefern, um unsere Kunden zu versorgen, aber natürlich soll darunter niemand leiden." Bei dem Fahrer habe es sich um einen Speditionsfahrer im Auftrag der Drogerie gehandelt.

Lange verspricht, dass es umgehend Gespräche mit Bauamtsleiterin Dagmar Turian geben soll. Dabei sollen Möglichkeiten erläutert werden, wie in naher Zukunft Abhilfe geschaffen werden könnte. In Zusammenarbeit mit der Logistikabteilung des Unternehmens seien beispielsweise veränderte Anlieferzeiten oder eine Lieferzone möglich, um so Behinderungen des Verkehrs zu vermeiden.