Freude im Seniorenzentrum in der Werderstraße: Otto Zinke aus Derben feierte dort gestern seinen 100. Geburtstag und gab seinen Gästen einen Tipp, wie sie ein solch hohes Alter erreichen können.

Genthin l "Wie schnell die Zeit vergangenen ist", sagte Otto Zinke gestern immer wieder, als er die Glückwünsche von den Gratulanten zu seinem 100. Geburtstag entgegennahm. Zu diesen zählten am Vormittag auch Landrat Lothar Finzelberg und Genthins Bürgermeister Wolfgang Bernicke. Sie wünschten dem Geburtstagskind "vor allem Gesundheit". Beim Plaudern mit dem Landrat stellte er sogar fest, dass er mit ihm über einige Ecken verwandt ist. Am Nachmittag kamen Freunde und Familie, zu der unter anderem zwei Kinder, drei Enkel und zwei Urenkel gehören, zu einer Feier in der Kegelhalle in Genthin zusammen.

Otto Zinke wurde am 19. Dezember 1911 in Derben geboren und erlernte in Parey und Burg in der Schlossgärtnerei den Beruf des Gärtners. Mit 28 Jahren musste er im Jahr 1939 seine Heimat verlassen und wurde an der Ostfront im Zweiten Weltkrieg eingesetzt. "Sechs Jahre Krieg habe ich nahezu unverletzt überstanden. Ich hatte großes Glück", sagte er im Gespräch mit dem Bürgermeister und dem Landrat. Doch fast noch schlimmer als die Kriegserfahrung war die Zeit in der Gefangenschaft: 1945 wurde er von Königsberg bis nach Jekaterinenburg verschleppt, eine Strecke von mehr als 3000 Kilometern. Erst 1949 kam er frei und kehrte in das Jerichower Land zurück.

In dieser Zeit begann er damit, sich selbstständig zu machen. Als sein Betrieb Anfang der 1960er Jahre von der Genossenschaft übernommen worden ist, wechselte Otto Zinke aus Protest gegen diese Maßnahme den Beruf und war bis zum Eintritt ins Rentenalter beim Stahlbau in Parey beschäftigt - jedoch nicht, ohne seinen eigenen Garten an seinem Haus zu vernachlässigen.

"Am liebsten habe ich in meiner Freizeit Geige gespielt. Zu Weihnachten war das immer besonders toll: Da hat meine Tochter am Klavier gesessen, mein Sohn hat Akkordeon und ich habe Geige oder Mandoline gespielt", denkt er noch heute gern an diese Zeit zurück. Aber auch sportlich war er aktiv: In Derben hat er jahrelang im Verein geturnt. "Reck und Barren habe ich gern gemacht. Aber das Pferd war nicht so mein Ding", erzählte der 100-Jährige, der seit zwei Jahren im Seniorenzentrum in der Werderstraße lebt, fröhlich.

Ein Rezept, wie man dieses hohe Alter erreicht, hat er jedoch nicht. Dafür aber einen Tipp: "Nicht rauchen und nicht trinken", sagte er mit einem Augenzwinkern.