Der Ferchländer Ortsbürgermeister Walter Henning will den Tourismusmanager in der Gemeinde abschaffen. Die Privatwirtschaft solle den Mann bezahlen, da sie auch etwas davon habe, meint er.

Ferchland l Die Förderung des Tourismus ist keine Kernaufgabe einer öffentlichen Verwaltung nach der Gemeindeordnung. Zwar sei es schön, wenn viele Bürger die Region zwischen Hohenseeden und Ferchland besuchen, sagt der Ferchländer Ortsbürgermeister Walter Henning. Doch einen Marketing- und Tourismusmanager benötige die Gemeindeverwaltung in Parey deshalb noch lange nicht.

Damit bezieht sich der Ortsbürgermeister aus dem Elbort direkt auf die Aufforderung von Bürgermeisterin Jutta Mannewitz, konkrete Einsparvorschläge für den kommenden Haushaltsplan zu machen. Denn das vom Land der Gemeinde zur Verfügung zu stellende Geld werde hinten und vorne nicht reichen, hatte die Verwaltung signalisiert.

Deswegen sollten die Ortschaften Einsparvorschläge unterbreiten, damit die Gemeinde aus der Haushaltskonsolidierung kommen kann und wieder die volle Handlungsfähigkeit gewinnt. Walter Henning sieht hier den Ansatz, dass sich die Gemeinde auf ihre Kernaufgaben konzentriere. Sicherlich sei der Tourismus für die Wirtschaft der Region wichtig. Nur habe die Gemeinde hier nicht viele Einrichtungen vorzuweisen, erinnert er. Lediglich das Schloss in Zerben falle ihm als Touristenattraktion ein. Den Umsatz mit den Besuchern machten anschließend allerdings die privaten Gastbetriebe. Das solle auch so sein. Nur könne die Gemeinde nicht für die Unternehmen tätig werden, meint der Ortschef.

Vielmehr schlägt er vor, dass die Unternehmen den Mitarbeiter bezahlen und dann direkt etwas davon haben. Auf der anderen Seite fragt der Ortschef, was für einen Etat der Tourismusmanager verwalten soll, wenn die Gemeinde jeden Cent dreimal umdrehen müsse. Geld für große Werbemaßnahmen könne Elbe-Parey nicht zur Verfügung stellen. Henning fordert den Gemeinderat auf, den Stellenplan entsprechend zu überprüfen. "Wir hatten bereits schon mal eine junge Frau auf dem Posten", erinnert er. Durch die Neubesetzung der Stelle habe sich nichts verbessert. Der Gemeinderat müsse erkennen, dass hier Geld zum Fenster hinausgeworfen werde, was an anderer Stelle dringender nötig sei.

Im kommenden Jahr wird der Haushaltsplan in Elbe-Parey erneut im Gemeinderat verhandelt. Walter Henning hofft, dann auch unliebsame Themen auf den Tisch kommen und es bei der Diskussion keine Tabus geben werde. Das sei der Gemeinderat den Bürgern in den Ortschaften schuldig, meint er.