Die Pareyer Straße in Zerben wird 2012 nicht saniert. Ortsbürgermeister Rolf Wegener ist mit seinem Antrag gescheitert. Dabei fließt Geld nach Zerben. In den Schlosspark.

Zerben l Die Pareyer Straße wollte der emsige Ortsbürgermeister von Zerben im kommenden Jahr saniert wissen. Der Stromversorger baue demnächst die Oberleitungen ab, erzählt Rolf Wegener. Die Leitungen werden in den Boden verlegt. Teilweise sei dies bereits geschehen. Deswegen habe er vorgeschlagen, die Pareyer Straße gleich zu sanieren. "Wenn schon ein Unternehmen dort baut, wäre dies für die Gemeinde günstiger, sich gleich anzuschließen", begründet er seinen Vorschlag.

Der Gemeinderat, bedauert er, habe dies nicht so gesehen. Die Volksvertreter hätten sich für das Zerbener Schloss entschieden. Dort soll das Umfeld gestaltet werden. Dabei habe die Verwaltung darauf verwiesen, dass die Gemeinde Zuschüsse bekommen könne. Verschiebe Elbe-Parey die Umfeldgestaltung am Schloss, gebe es 2013 womöglich keinen Zuschuss mehr, begründete die Verwaltung nach Wegeners Worten ihren Vorschlag.

So schön die Investition in das Schloss auch sei, der Straßenbau hat für den Ortsbürgermeister Vorrang. "In beiden Fällen könnte es eine Förderung aus der Dorferneuerung geben", erinnert der Ortschef. Die Bürger hätten schließlich mehr davon als den Bau eines Parkplatzes am Schloss sowie der Umfeldgestaltung, gibt er zu bedenken.

In dem kleinen Elbort Zerben seien noch drei Straßen im Urzustand. In den kommenden Jahren müsse die Gemeinde in die Infrastruktur investieren, fordert Wegener. Zumal sich nun die Möglichkeit geboten hätte, gemeinsam mit dem Energieversorger etwas zu machen. Trotz der Schlappe im Gemeinderat will Wegener nicht aufgeben und weiter für den Straßenbau in seinem Ort kämpfen.

Immerhin ist durch den Ausbau des Zerbener Schlosses der kleine Ort bundesweit bekannter geworden. Regelmäßig kommen Reisegruppen zu einem Zwischenstopp. Nur was nütze es, wenn nur das Schloss herausgeputzt sei und die Nachbarstraßen in einem schlechten Zustand seien, entgegnet der Ortsbürgermeister. Viel mehr als die Reisegruppen habe der Ort sowieso nicht vom Schloss.

Die Besucher bleiben nicht in Zerben oder lassen Geld in der Ortschaft. Bei der knappen Haushaltslage hätte er sich gewünscht, dass der Gemeinderat insgesamt andere Prioritäten setze, sagte Wegener.