Mit 35 Mitgliedern, davon 17 in der Einsatzgruppe, hat die Ferchländer Ortsfeuerwehr eine recht gute Basis. Das Defizit in der Ausbildung wurde schon etwas abgebaut, indem sich 2011 mehrere Kameraden weiterqualifiziert haben, darunter zwei als Maschinist und drei als Truppführer.

Ferchland l Die Ferchländer Ortsfeuerwehr hat eine turbulente Zeit hinter sich. Nach jahrelangem Kampf um ein neues Fahrzeug anstelle des alten LO gab es dann im Februar 2011 doch nur das "alte neue" Fahrzeug der Hohenseedener Wehr, während jene das neue, größere erhielt. Rückblickend sei das aber die richtige Entscheidung gewesen, räumte Ortsbürgermeister Walter Henning ein, obwohl er zunächst auch für das große Auto gekämpft hatte. Denn, sagt er, dieses Auto können alle fahren. Für das große gäbe es im Moment überhaupt keinen Fahrer in der Ferchländer Wehr. "Wir haben nicht verloren, sondern gewonnen", betonte Henning und motivierte die Kameraden, nun nach vorn zu blicken.

Ortswehrleiter Olaf Gottemeier-Schulze hatte in der Jahreshauptversammlung am vergangenen Sonnabend zunächst einen Rückblick über das Jahr 2011 gegeben. Insgesamt 663 Einsatz- und Ausbildungs-Mannstunden seien zusammengekommen, acht Alarmierungen hat es gegeben, wobei der Einsatz an der Fährstelle Ende Mai der schwierigste war. Es wurde ein Auto-Wrack aus dem Wasser gezogen und dabei eine Leiche entdeckt.

Vier Jugendliche gehören derzeit noch zur Ferchländer Wehr. Ortsbürgermeister Walter Henning bedauerte, dass es nicht mehr sind, weiß aber, dass etliche Jugendliche aus seiner Zeit als Betreuer derselben heute in der Einsatzgruppe sind. "Schön, dass sie bei der Stange geblieben sind", freut er sich.

Bürgermeisterin Jutta Mannewitz erinnerte daran, dass in Ferchland immer noch ein stellvertretender Ortswehrleiter fehlt. Zu den Auseinandersetzungen der vergangenen Jahre sagte sie nur: "Ich ziehe vor jedem den Hut, der den Sinn der Feuerwehrarbeit nicht vergessen hat!"

Dass jedoch ein Schlussstrich noch immer nicht gezogen ist, wurde bei den Ausführungen von Gemeindewehrleiter Dietmar Kohrt deutlich. Er verwahrte sich noch einmal klar gegen persönlich Angriffe, die vor gut einem Jahr gegen ihn gerichtet wurden, und brachte zum Ausdruck, dass er niemanden in den Reihen der Feuerwehr dulden würde, der dieser schade.

Nach den Auseinandersetzungen damals ist Kevin Fabian in die passive Abteilung gewechselt und wolle dort auch bleiben, wie er erneut bekräftigte. Jutta Mannewitz allerdings äußerte die Hoffnung, dass er wieder einen Schritt in die andere Richtung mache. "Er hat immer seine Arbeit gemacht, war bei Einsätzen dabei", betonte sie.

Positiv zu bemerken war, dass zehn Kameraden der Ferchländer Wehr die Mindestausbildungszeit von 40 Stunden absolviert haben und damit das Entgelt der Gemeinde erhalten konnten. Walter Henning meinte dazu, er finde die 40 Stunden ganz schön viel, da etliche Kameraden auch auf Montage arbeiten. Er wisse freilich, dass das vom Land gefordert werde. Kohrt wies auf die Möglichkeit hin, an Ausbildungen anderer Ortsfeuerwehren teilzunehmen, wenn dies zeitlich besser passt.

Die einzige Ehrung in der Ferchländer Ortswehr erhielt Steven Windelband. Für zehnjährige Mitgliedschaft bekommt er die Anstecknadel Stufe eins.