Elvira (Elli) Kern (27) und Thomas Dietert (28) aus Genthin sind gestern von Ulm aus zu ihrem "Globalen Triathlon" gestartet. Gute Freunde ihrer Heimatstadt waren dabei, als sie ihren Kajak gegen 10 Uhr in die Donau setzten und dann für die erste Etappe startklar machten.

Genthin l "Wir starten zur ersten Etappe und in ein ungewisses Jahr", freute sich gestern Thomas Dietert, kurz bevor er mit Elvira (Elli) Kern die Reise in Richtung Schwarzes Meer aufnahm. "Wir sind froh, endlich im Boot zu sitzen", ließ der jungen Genthiner die lange Zeit der Vorbereitungen seit 2009 anklingen. So musste immer wieder am Verlauf der Tour gefeilt werden, die für die jungen Leute, die sich an der Uni Greifswald kennengelernt haben, etwas ganz Besonderes werden soll.

Für das große Abenteuer mussten die Beiden zwangsläufig bei Sponsoren der Region die Klinken putzen. "Ich hätte nie damit gerechnet, dass wir dabei auf solch erfreuliche Resonanz stoßen", resümierte Thomas Dietert. Letztlich mussten auch Krankenversicherungen abgeschlossen und für notwendige Impfungen gesorgt werden.

In Genthin nahm die Reise schon am Sonnabend ihren Anfang, als die Crew gegen Mittag aufbrach und nach gut siebenstündiger Autofahrt bei 31 Grad im Pkw am Abend in Ulm ankam. "Wir konnten die Abreise von Genthin nach Süddeutschland samt Übernachtung und ruhiger Vorbereitung organisatorisch gut bewältigen", berichtete Thomas Dietert. Dafür hätten Hagen Pieper, Eric Maahs, Sebastian Hahn (Fahrer) als auch Patrick Krusch und Hannes Kloas, der Gastgeber in Ulm, Sorge getragen.

Doch bevor sich der Kajak gegen 12 Uhr auf der Donau in Bewegung setzte, wurde er gestern ersteinmal einer zünftigen Sekttaufe unterzogen, um die Schiffsgeister auf der langen Reise fernzuhalten.

Der Kajak erhielt den Vornamen von Thomas Dieterts Großvater Otto Dietert, der in Altenplathow zu Hause ist. "Er ist 91 Jahre alt, und wir wollten ihm damit eine besondere Freude bereiten", sagte der junge Genthiner gestern am Telefon. Das sei übrigens sein Weihnachtsgeschenk gewesen, mit Urkunde und allem drum herum. Die erste von insgesamt drei Etappen führt Thomas Dietert und Elvira (Elli) Kern mit dem Kajak Otto entlang der Donau durch zehn europäische Länder bis hin zum Schwarzen Meer. Etwa 2500 Kilometer müssen sie allein auf der Donau bewältigen.

Als die beiden Abenteurer ihr Vorhaben Anfang März öffentlich machten, kündigte der studierte Landschaftsökologe an, dass sie sich mit einer Aktion zum Donau-Tag, der am 29. Juni von allen Anrainer-Staaten begangen wird, einbringen wollen. Erste Kontakte mit dem zuständigen Koordinator waren seinerzeit hergestellt. Jetzt ist es amtlich: Die Zusammenarbeit des Genthiner Teams mit dem "Internationalen Komitee zum Schutze der Donau" steht, so dass es Info-Materialien, Anstecker, Broschüren und Gewässerkarten des Donauverlaufes erhalten hat und dies alles an Interessierte verteilen wird.

Für die zweite Etappe, deren Schauplatz Südostasien sein wird, müssen die sportlich ambitionierten Abenteurer zunächst den Flieger nutzen. Per Trekking wollen der Landschaftsökologe und die Lehrerin dann Thailand, Malaysia, Singapur, Indoniesen und Bali bereisen. Geplant ist dafür wiederum ein Zeitfenster von drei Monaten.

Als Schlusspunkt steht Neuseeland auf dem Reiseplan. Der Flieger wird die Genthiner von Südostasien nach Aukland bringen, wo sie über "work and travel" (arbeiten und reisen - d. Red.) zunächst die Reisekasse aufbessern wollen. Dann geht es schließlich mit dem Rad auf Entdeckungstour auf der Nord- und Südinsel Neuseelands. Sechs Monate sind für den Neuseeland-Trip eingeplant, so dass die Abenteurer im Mai 2013 wieder in ihrer Heimatstadt Genthin begrüßt werden können.

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