Soll am Zerbener Schloss weitergebaut werden oder nicht? Darüber wurde gestern im Ortschaftsrat diskutiert. Bürgermeisterin Jutta Mannewitz will die Fertigstellung des Bauwerks, Ortsbürgermeister Rolf Wegener nicht. Die Fronten sind verhärtet.

Zerben l Im Ortschaftsrat bekam der zweite Bauabschnitt am Dienstagabend ein klares Nein. "Was haben die Zerbener von diesem Schloss?", fragte Ortsbürgermeister Rolf Wegener.

Jutta Mannewitz, Bürgermeisterin von Elbe-Parey, verstand die Welt nicht mehr. "Wir können doch nicht zehn Jahre dieses Projekt fördern und jetzt auf den letzten Metern sagen April April, wir bauen es nicht zu Ende."

300 000 Euro wurden in das Schloss investiert, die Gemeinde hat einen Eigenanteil von 30 000 Euro bezahlt, der Rest kam vom Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF). "Diese letzte Förderphase ist wichtig für den Tourismus in der Region und im Ort", plädierte Mannewitz für den zweiten Bauabschnitt.

Von einem Nutzen für die Zerbener wollte Rolf Wegener nichts hören. "Aus dem Ort nutzt doch niemand dieses Schloss. Das kostet uns nur Geld."

Besucherzahlen steigen

"Das ist doch einfach nicht wahr", sagte Jutta Mannewitz, der auf die Frage, was das Schloss den Zerbenern bringe, kurz die Worte fehlten. "Das liegt doch auf der Hand, das ist eine Bereicherung für diesen Ort. Jeder Dorfbewohner hat Interesse an einem schönen Zerben." Und: "Es gibt durchweg positive Resonanzen. Die Besucherzahlen steigen ständig."

Jährlich werden etwa 2000 Euro von der Gemeinde in das Schloss investiert. Für Wegener "zuviel Geld, das total falsch angelegt ist". Mannewitz betonte, dass Tourismus gut für die Region sei und dass man in diesen eben erstmal investieren müsse. "In naher Zukunft wird sich das Schloss selbst tragen."

Auch dass es in Zerben keinen Rückhalt für den Ausflugsort gibt, wollte sie nicht so stehen lassen. "Der Heimatverein bringt sich ein, will Exponate ausstellen und unter den Besuchern sind auch viele Zerbener."

"Was wäre denn, wenn wir nicht investiert hätten?", fragte Mannewitz und beantwortete ihre Frage selbst: "Eine baufällige Ruine würde hier stehen."

Das Geld soll lieber in Zerbens Infrastruktur investiert werden, sagte Wegener: "Die Pareyer Straße wäre dran."

Das hat für Mannewitz keine Priorität. Es sei nur eine kleine Straße, relativ wenige Anwohner wären betroffen. Sie verwies auch darauf, dass man Geld nicht einfach aus einem Fördertopf nehmen und in einen anderen packen könne.

Das letzte Wort hat der Gemeinderat. Der entscheidet über den zweiten Bauabschnitt am Zerbener Schloss am 24. Juli.

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