Zehn Jahre ist das Jahrhunderthochwasser her. Zehn Jahre, dass die Bevölkerung in Elbe-Parey einen Deichbruch befürchten musste. Am Freitag soll der Hilfsbereitschaft, aber auch der Not gedacht werden.

Zerben l Beim Jahrhunderthochwasser 2002 kam es in der Gemeinde Elbe-Parey nicht zum Deichbruch. "Aber das ist nur der Feuerwehr und der Bevölkerung zu verdanken. Durch den Einsatz aller konnte ein Deichbruch abgewendet werden", sagt Jutta Mannewitz, Bürgermeisterin der Gemeinde Elbe-Parey.

Wieviele Menschen aus der Gemeinde vor zehn Jahren zusammen kamen, wieviel organisiert werden musste, wie wenig Schlaf es gab - auch das ist der Bürgermeisterin noch lebhaft in Erinnerung. "Und auch, wenn es keinen Deichdurchbruch bei uns gab, ist es ein Ereignis, an das man sich erinnern sollte", so Mannewitz.

Dazu hat die Gemeindeverwaltung am Freitag eine Gedenkveranstaltung am Schlafdeich in Zerben organisiert. Start wird um 16.30 Uhr sein. Der Weg dorthin soll mit vielen Schildern nicht zu verfehlen sein.

Auf dem Programm stehen dann Worte der Bürgermeisterin. "Ich möchte in dem Hochwassertagebuch, das bei uns geführt wurde, blättern und einige Stellen vorlesen", verriet sie schon im Vorhinein. Außerdem soll Volker Hamann vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft über den Hochwasserschutz und seine Entwicklung seit 2002 sprechen - was wurde saniert, was wurde investiert.

Christiane Wagner aus Parey hat eine Ausstellung organisiert, die vor Ort mit Info- und Schautafeln über das alte Deichrecht informiert. Zusätzlich wird sie einen kurzen Vortrag über das Thema halten. Auch Pfarrer Breit wird zugegen sein und einen Segen für Landschaft und Region aussprechen. Weiterhin wird Clown Leo vor Ort sein. Der Akteur aus dem Projekt Grenzgänger wird heiter und nachdenklich, auch mit Musik, die Schöpfungsgeschichte erlebbar machen.

Weit über diese Veranstaltung hinaus, wird in den Räumen der Verwaltung der Gemeinde einen Ausstellung zum Thema Hochwasser in Elbe-Parey zu sehen sein. "Mit Bildern aus 2002, die die Situation, die Not und den Zusammenhalt hier in der Gemeinde dokumentieren", beschreibt Mannewitz. Die Ausstellung ist seit Dienstag eröffnet.

Der erste Besucher der Ausstellung war Gottfried Fritze. Als selbstständiger Tischlermeister hatte er seinen Betrieb 2002 quasi "ruhen" lassen. "Er hat alle betrieblichen und persönlichen Belange zurückgestellt, um der Gemeinde und den Menschen unserer Region während des Hochwassers zur Verfügung zu stehen und zu helfen. Er koordinierte den Bau des Schlafdeiches und war natürlich auch ein Mitglied der Deichwachen", erinnert sich Mannewitz.

Denkt sie zurück, fallen ihr noch viele Menschen und Situationen ein: "Die Feuerwehr sollte geschont werden, um für den Notfall fit zu sein. Deshalb zogen wir sie vom Sandsäcke füllen ab. Da habe ich plötzlich einige von ihnen an meinem Fenster vorbei laufen sehen, die sich ihre Feuerwehr T-Shirts auszogen hatten, um doch wieder zu helfen.

Oder wie Theo Berensmann mit 79 Jahren selbstverständlich Deichwache lief und Jahre später, beim Winter-hochwasser, wieder diesen Posten bezog. Oder wie es nach dem Hochwasser ans Aufräumen ging. Mehr als 100 000 Sandsäcke wurden getrocknet, geleert und sortiert, so dass der Sandhaufen bis heute zugriffsbereit ist, ebenso wie die Sandsäcke, die wir regelmäßig prüfen."

An all das soll am Freitag gedacht werden.

 

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