Mit einer Veranstaltung am Schlafdeich in Zerben erinnerten die Bürger der Gemeinde Elbe-Parey an die Jahrhundertflut vor zehn Jahren und würdigten das Zusammenwirken mit zahlreichen Helfern.

Zerben l Bürgermeisterin Jutta Mannewitz hatte gewiss nicht so viele Teilnehmer an der Veranstaltung erwartet, wie es damals freiwillige Helfer gab, um die Orte der Gemeinde vor dem Elb-Hochwasser zu schützen. Doch es hätten schon ein paar mehr Bürger zum Deich kommen können, war man sich angesichts der Bedeutung der Veranstaltung sicher. So erlebten rund 70 Leute nach, was damals Tausende bewegte.

Die Bürgermeisterin würdigte das freiwillige Engagement der Bürger der Gemeinde und das der zahlreichen Helfer, ob von der Bundeswehr, den Johannitern, des THW oder der Bürger aus anderen Orten. Gespannt hörten die Besucher zu, als Jutta Mannewitz aus dem Tagebuch jener Tage der Bedrohung vorlas. Gänsehautatmosphäre. Am Ende wünschte sie, dass sich die Bürger jener Tage stets erinnern und dass sie den Geist des Zusammenhaltens, der damals entwickelt wurde, nie vergessen werden. Auch Pfarrer Andreas Breit erzählte davon, wie er die Flut erlebte. Damals war er noch in Sandau tätig. So schilderte er, wie er den Helfern half.

Volker Hamann vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft nutzte die Gelegenheit, die Anwesenden über die seit dem Hochwasser 2002 erfolgten Maßnahmen zu informieren. Wie er sagte, habe man sofort nach der Flut damit begonnen, Schwachstellen zu suchen, um Prioritäten zu setzen und Sofortmaßnahmen einzuleiten. So wurden gleich im Jahr 2003 im Bereich Ferchland auf 2,8 Kilometern Länge die Deichkrone erhöht und im Derbener Altarm eine Spundwand geschlagen.

Ein Jahr später wurde im Bereich Zerben/Parey eine landseitige Sichtung vorgenommen. Festgestellt wurde, dass der Deich an einer besonders kritischen Stelle mit einer Steinpackung geschützt ist. So würdigte er die Altvorderen, die schon damals wussten, dass in diesem Bereich gefährlicher Eisgang möglich ist.

Auf 3 460 Metern im Bereich des Kieswerks wurde im Jahr 2005 eine Asphaltkrone hergerichtet und eine von der Krone ausgehende Dichtung in den Deich eingebracht. Außerdem wurde der Deich im Bereich Ferchland saniert und auch dort der Regenauslauf erneuert. Insgesamt wurden von den 10,6 Kilometern Deichlänge über 8 Kilometer saniert. Die Förderbrücke wurde zurückgebaut. Dort ist ein schöner Rastplatz für Radwanderer entstanden, sagte er. Besonders hob er hervor, dass umfangreicher landwirtschaftlicher Wegebau stattgefunden hat. Diese Wege dienen der Deichverteidigung und nutzen natürlich der Landwirtschaft. Er bat um Verständnis für die Schafhütung auf den Deichen. Die Schafe hätten eine höhere Priorität vor den Radfahrern. "Die Schafe treten den Deich fest, nehmen uns die Mahd ab, sorgen dafür, dass weniger Mäuse im Deich sind. Vorteile, die wir weiter haben wollen", sagte Hamann.

Ausblick: Projekte liegen in der Schublade. Jetzt komme es darauf an, dass die finanziellen Mittel dafür freigegeben werden.

Christiane Wagner vom Pareyer Heimatverein zeigte eine Ausstellung und gab gern Auskunft insbesondere zum Plothoschen Deichrecht. Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr hatten eine Vorrichtung aufgebaut, mit der damals Sandsäcke befüllt worden waren. Verkehrskegel in eine Leiter gehängt dienten als Trichter zum Befüllen der Säcke. Die Freiwillige Feuerwehr war während des Hochwassers als schnelle Eingreiftruppe zurückgehalten worden. Diesmal durften sie zeigen, wie damals Säcke gefüllt wurden.