Die neue Brücke über den Elbe-Havel-Kanal bei Güsen ist eingeweiht. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurde gestern das symbolische Band durchschnitten. Ab jetzt heißt es: Freie Fahrt auf der neuen (alten) Trasse. Die Behelfsbrücke wird schon bald wieder abgebaut.

Güsen l "Wer will fleißige Handwerker sehen..." sangen die Kinder der Johanniter-Kita Güsen. Den Text haben ihre Erzieherinnen ein wenig umgedichtet, genau passend zum Brückenbau. Das kam richtig gut an. "Den Text brauche ich!", betonte Henrik Täger, Chef des Wasserstraßenneubauamts Magdeburg, bevor er mit seiner Ansprache begann.

"Es ist die 16. Brücke, die wir gebaut haben", sagte Täger. "Nur zwei fehlen noch." Eine davon sei die Güsener Eisenbahnbrücke, die ausreichend groß sei und nicht erneuert werde, die andere die Henkel-Brücke in Genthin, die nächstes Jahr erneuert wird.

Es ist also das letzte Brückenbauwerk dieser Größe in der Region, das gebaut wurde. Für mindestens 80 Jahre - so lange soll eine solche Brücke mindestens halten - werde es nun keine Einweihung mehr geben, unterstrich Henrik Täger die Bedeutung dieses Tages.

Es war ein guter Abschluss der großen Brückenneubauten für das WNA: Die Fertigstellung erfolgte vorfristig - ursprünglich war die Freigabe für den 14. Oktober geplant. Und die Auftragnehmer blieben im Kostenrahmen. Die Matthäi Bauunternehmen GmbH und Co. KG Magdeburg und MCE Stahl- und Maschinenbau Linz haben den Auftrag als Arge übernommen und hatten mehrere weitere Firmen, darunter etliche aus der Region, als Subunternehmer beschäftigt. Im Vorfeld waren außerdem mehrere Planungsbüros tätig. Heinrich Schulze von Matthäi nannte sie alle.

Er wie auch Henrik Täger bedankten sich besonders bei den direkten Anwohnern der Baustelle für ihre Geduld. Denn ohne Beeinträchtigungen gehe es nicht, unterstrich Täger.

Bernd Girke, Vorstand beim Landkreis, sah die Sache zunächst ganz praktisch: "Ich freue mich, dass ich zum letzten mal bei Rot an dieser Ampel gestanden habe!" Girke erinnerte daran, dass die meisten der 16 Brücken, die Täger erwähnte, im Jerichower Land gebaut wurden. "Wir haben neben dem Kanal auch noch die Bahnlinie und die A 2", fügte er an. Der Landkreis habe deshalb sehr partizipiert von den Bauprojekten des Bundes.

"Willst du Elbe-Parey seh\'n, musst du über sieben Brücken geh\'n", reimte Bürgermeisterin Jutta Mannewitz. Denn Brücken gibt es tatsächlich viele in der Gemeinde. Diese Brücke sei nicht nur ästhetisch gelungen, sondern schaffe auch Verbindungen. "Sie ist wichtig für die Wirtschaft und für den Tourismus." Sie betonte: "Möge diese Brücke auch eine Brücke in die Zukunft von Elbe-Parey sein!"

Henrik Täger erinnerte daran, dass es mit anderen Baumaßnahmen bald schon weiter geht: Am Montag ist Bieter-Info zur Vergabe für den Bau der neuen Schleusenkammer Zerben, im Oktober könnte die Auftragsvergabe erfolgen und im November/Dezember Baubeginn sein. Für den Streckenausbau des Kanals Parey-Güsen werde am 25. Oktober Submission sein und nächstes Jahr Baubeginn.

Eine andere Brückeneinweihung hat gerade erst stattgefunden: im Juli bei Bergzow.

 

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