Die Klusfelsen sind eine ganz besondere Sandsteinformation. Sie zu erhalte­n, hat sich der Verein Halberstädter Berge auf die Fahnen geschrieben. Doch auch die Nutzung neuer Medien als Tourismusfaktor haben die Akteure im Blick.

Halberstadt l Fragt man Chris Schöne nach den nächsten Vorhaben, sprudelt es nur so aus ihm heraus. Der Vorsitzende des Vereins "Halberstädter Berge" ist in der glücklichen Lage, auf sehr engagierte und auch fachkundige Mitglieder zählen zu können. Ein Fakt, den zu betonen er nicht müde wird und den er zu schätzen weiß, wie er sagt.

"Wir haben so viele Ideen, da sind wir noch auf Jahre beschäftigt", sagte der Halberstädter lachend und zählt auf: Sanierung und Sicherung der Klusfelsen, Führungen durch die Klus-, Spiegel- und Thekenberge, neue Buchstaben für den Bismarckturm, die Sanierung des Spiegel-Mausoleums, Frühjahrsputz an der Meding-Schanze, eine Wanderkarte für die Berge, die auf die historischen Besonderheiten und Sehenswürdigkeiten hinweist. "Gerade dieses Kartenprojekt ist wichtig, denn es wird so oft nachgefragt und bislang können wir den Interessierten nichts in die Hand geben. Uns schwebt vor, eine Karte zu gestalten, die nicht nur die Wanderwege aufzeigt, sondern auf der Rückseite die Sehenswürdigkeiten mit Foto und kurzen Erläuterungen vorstellt." Ein Vorhaben, das nicht ganz billig ist und für das Sponsoren und Spender gebraucht werden. Und wenn er schon in die Zukunft schaut, nennt er gleich noch eine andere Idee, die mehr Touristen in die reizvolle Landschaft locken könnte. "Es ist noch Zukunftsmusik, aber es wäre toll, wenn wir an bestimmten Stellen in der Landschaft, an den historischen Plätzen QR-Codes anbringen können. Die kleinen schwarzweißen Quadrate geben \'schnelle Antwort\', wie QR, also Quick Response zu übersetzen wäre. Die können die Spaziergänger per Smartphone scannen und dann auf ihrem Mobiltelefon kleine Filme sehen oder Texte lesen zu dem, was das Besondere an diesem Platz ist."

Bis dahin ist es noch ein langer Weg, nicht nur, weil erstmal alle Infos digital erfasst werden müssen. Konkreter sind da die Arbeiten am Spiegel-Mausoleum und natürlich die zur Sicherung der Klusfelsen. "Hier sind wir wirklich auf einem guten Weg", sagt Schöne. Wohl auch, weil sich mit Knut Schneider und Harald Kruse zwei Halberstädter gefunden haben, die sich intensiv mit dem Projekt befassen und dafür werben. "Ohne Spendengeld können wir nichts machen, weil selbst für den Antrag auf Fördermittel Vorarbeiten geleistet werden müssen", erklärt Schöne. Rund 10 000 Euro hat der 2010 gegründete Verein schon gesammelt und fast wieder ausgegeben. So wurden die Felsformationen vermessen - zu einem Freundschaftspreis, wie Schöne sagt, und das Projekt planerisch betreut. Die Bergakademie Freiberg hat Daten gesammelt und testet Spezialkleber, um die markante Sandsteinformation an wichtigen Stellen zu sichern. "Wir stoßen mit unserem Vorhaben auf mehr und mehr Interesse bei den Bürgern", berichtet der Vereinschef. Viele Menschen fragen nach, wie es läuft und wie sie helfen können, Institutionen wie das Technische Hilfswerk unterstützten mit ihren Möglichkeiten, die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung laufe sehr gut. "Aber wir brauchen halt noch sehr viel Geld, um das Projekt zu einem guten Abschluss zu bringen, geschätzt werden die Kosten für die Sicherung des Natur- und Baudenkmals auf rund 70 000 Euro. Deshalb freuen wir uns über jede Spende."

Spenden können auf das Konto 339 824 760 bei der Harzsparkasse, BLZ 810 52 000, eingezahlt werden.