In Wegeleben werden derzeit Neuanpflanzungen von Bäumen vorgenommen. Die Stadt erfüllt damit Auflagen, zu denen sie im Rahmen von sogenannten Ersatzleistungen und der Baumschutzssatzung verpflichtet ist. Allerdings sind die Anpflanzungen nicht bei jedem Hausbesitzer beliebt, wenn sie direkt vor seinem Grundstück erfolgen.

Wegeleben l Bürgermeister Hans-Jürgen Zimmer (CDU) sind diese Bedenken nur zu gut bekannt. "Es gab bei uns in Wegeleben schon in der Vergangenheit Anfragen von Bürgern zu den Pflanzungen", erklärt das Stadtoberhaupt gegenüber der Volksstimme. "Die Vorschriften lassen uns aber dabei nur sehr wenig Spielraum." Durch die Baumschutzsatzung der Stadt würden die Vorgaben sehr eng gefasst werden. In den letzten Jahren seien eine Vielzahl von als marode eingestuften Bäumen gefällt worden. "Das betraf die Stadt selber und die Ortsteile", führt Zimmer aus. "Es ist aber nun einmal so, dass eigentlich genau dort, wo ein Baum entfernt wurde, eine Neuanpflanzung erfolgen soll." Die Umsetzung der Ersatzvorhaben würde die Stadt schon recht frei interpretieren. Dennoch würden immer wieder einige Anwohner die Verfahrensweise kritisieren. "Ich möchte betonen, dass wir das nicht aus Willkür und Boshaftigkeit tun", erklärt der Bürgermeister. "Im Gegenteil, wir lassen da durchaus mit uns reden. Allerdings darf niemand vergessen, dass wir einfach in der Pflicht stehen." Zimmer appelliert an das Verständnis der Einwohner. Es sei das Anliegen des Bundesnaturschutzgesetzes, dass gerade nachfolgende Generationen etwas von den Anpflanzungen hätten. Außerdem verweist er auf die Art der neuen Gehölze. "Wir pflanzen in der Regel hochwertige einheimische Bäume. Die brauchen schon einmal gute 40 Jahre, um auf ein gewisses Niveau heranzuwachsen", weiß der Bürgermeister. "Wir nehmen Eiche, Linde, Buche, Rotdorn, Robinie sowie Esche."

Die Kohlenstrecke wolle die Stadt in diesem Jahr bis in Höhe Gunderslebener Weg linksseitig fertig bepflanzen. Bei den Arbeiten würde streng darauf geachtet, dass "das Lichtraumprofil und vorhandene Versorgungsleitungen" nicht beeinträchtig werden.

Die Bilanz des Bürgermeisters: Etwa 300 Bäume wurden in Wegeleben und den Ortsteilen unter seiner Regie neu gepflanzt.