Ilsenburg l Das Programm "Salzgitter AG 2015", bei dem nach Konzernangaben eine Reduzierung des Personals "oberhalb von 1500 Stellen" vorgesehen ist, geht auch an der Tochter Ilsenburger Grobblech GmbH nicht spurlos vorbei.

Wie Betriebsratsvorsitzender Ulrich Förster auf Volksstimme-Nachfrage sagte, sind alle Standorte von dem Bestreben des Vorstandes betroffen, das Unternehmen neu aufzuzustellen. Für Ilsenburg stehen demnach 36 Arbeitsplätze zur Disposition. Förster: "Jetzt geht es in die Verhandlungen." Wenn der Zukunftsvertrag vorliege, solle es dazu einen Beschluss geben. Ende September stehe eine Sitzung des Aufsichtsrates an. Der Prozess selbst werde sich wohl über einige Monate hinziehen. Es gehe darum, vernünftige, sprich sozialverträgliche Lösungen zu finden. Ulrich Förster: "Unsinn machen wir nicht mit."

Laut Betriebsratschef hat die Ilsenburger Grobblech GmbH momentan 860 Beschäftigte. 120 von ihnen arbeiten in der Außenstelle in Salzgitter. Gewerkschaftlich organisiert bei der IG Metall sind insgesamt 96 Prozent.

"Unsinn machen wir nicht mit."

Ulrich Förster, Betriebsratschef Grobblech Ilsenburg GmbH

Am Mittwoch, dem 14. August, hatte die Salzgitter AG ihre Bilanz für das erste Halbjahr 2013 vorgestellt. Sprecherin Doreen Grütt erklärte darin unter anderem: "Die Gesellschaften des Unternehmensbereiches Stahl standen im Berichtszeitraum unter erheblichstem Wettbewerbsdruck und verzeichneten unbefriedigende, tendenziell sogar rückläufige Erlöse, obwohl die mengenmäßige Nachfrage bei Flachstahl stabil und für Grobblech sogar besser war."

Unter dem Anstrich Prognose wird für die nächsten Monate keine wesentliche Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Geschäftsaktivitäten erwartet. Deshalb werde sich auf die Umsetzung der internen Projekte zur Sicherstellung der mittel- und langfristigen Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns innerhalb des Programms "Salzgitter AG 2015" konzentriert. Da nicht zu erwarten sei, dass die Rohstoffpreise wesentlich zur Entlastung beitragen würden, gehe man für das gesamte Geschäftsjahr 2013 von rückläufigen Umsätzen und einem klar negativen Ergebnis vor Steuern aus. In Zahlen seien dies insgesamt etwa 400 Millionen Euro. Allerdings, so die Sprecherin, könnten aktuell nicht absehbare Erlös-, Vormaterialpreis- und Beschäftigungsentwicklungen den Verlauf der zweiten Jahreshälfte noch beeinflussen. Sowohl positiv als auch negativ.