Klein Quenstedt/Emersleben (dl) l Es gibt Polizeieinsätze, die dürften selbst gestandene Beamte nicht so schnell vergessen. Jener, zu dem die Halberstädter Polizisten am Dienstagabend auf die Bundesstraße 81 gerufen wurden, dürfte in diese Kategorie gehören. Es ging im wahrsten Sinne des Wortes um einen tierischen Einsatz mit der gewissen exotischen Komponente: Kein Geringerer als ein ausgewachsener Pelikan war gegen 21.30 Uhr zum persönlicher Schaulaufen auf dem Radweg an der stark befahrenen Straße unterwegs.

Die Beamten setzen sofort das Sondersignal, um das Tier so schnell wie möglich in sicheren Gewahrsam zu nehmen. "Wir wussten zunächst nur, dass es sich zwischen den Abzweigen Emersleben und Groß Quenstedt befindet und offenbar verletzt ist", berichtet Polizeisprecher Peter Pogunke. Die Beamten riefen die Tierretter der Halberstädter Feuerwehr hinzu und eskortierten den Pelikan so lange.

Am Mittwoch konnte dann Tierpark-Vize-Chef Michael Bussenius Entwarnung geben. Der noch recht junge Pelikan, der aber immerhin schon 25 Kilogramm auf die Waage brachte, sei nach einer Nacht im Tierpark ins vorläufige Asyl in den Zoo Magdeburg umgezogen. "Dort gibt es eine Pelikangruppe und auch die nötigen Gehege für diese recht großen Tiere", so Bussenius. Und: Entgegen erster Befürchtungen sei keine Verletzung festgestellt worden. "Ich glaube, das vermutlich im vorigen Jahr geborene Tier, war einfach nur erschöpft", sagt der Zoo-Inspektor. Pelikane könnten, wenn sie erstmal in der Luft seien, ebenso wie Schwäne richtig weit fliegen. Und die Herkunft des Ausreißers? "Vermutlich ein Zoo. Das Tier ist mit einem Datenchip versehen, jetzt müssen wir nur recherchieren, wo er ausgebüxt ist", erklärt Bussenius.