Abschied und Neubeginn lagen auf der Verbandsversammlung des WAZ Ilsetal in dieser Woche eng beieinander. Mit der Umstrukturierung zum neuen Jahr werden auch neue Leute Verantwortung übernehmen.

Stadt Osterwieck l Es dürfte wohl die letzte Verbandsversammlung des WAZ Ilsetal gewesen sein, die am Dienstagabend erstmals in der Aula der früheren Stephanischule über die Bühne ging. Ein Vorgeschmack aufs nächste Jahr, wenn aus dem Verband eine Anstalt öffentlichen Rechts geworden ist, aus dem Verbandsgeschäftsführer ein Vorstand und aus der Verbandsversammlung ein Verwaltungsrat, der sich aus Abgeordneten des Stadtrates zusammensetzt, die Bürgermeisterin ist dabei gesetzt. Zuletzt war das anders, fünf der sieben Verbandsvertreter gehörten nicht dem Stadtrat an, sondern kamen aus den Mitgliedsorten. Auch der bisherige Vorsitzende der Verbandsversammlung, Ulrich Kolbe, ist nicht im Stadtrat und wird seine ehrenamtliche Tätigkeit somit zum Jahreswechsel beenden.

Wehmut kam ob der Veränderungen nicht auf. Geschäftsführer Holger Ballhausen sagte, dass es sich bei der Änderung der Rechtsform um einen "Übergang eins zu eins" handele, es sei auch kein Auflösungsbeschluss notwendig.

Die Anstalt kann also nahtlos weiterarbeiten, bisherige Gebühren gelten weiter. Und nach der erfolgten Prüfung des Jahresergebnisses 2010 hatte Holger Ballhausen Gutes zu vermelden. Der Wirtschaftsplan 2010 wurde insgesamt mit einem Gewinn von knapp 7700 Euro abgeschlossen. Für die Gebührenentwicklung noch wichtiger: Bei der Trinkwasserversorgung wurde ein Plus von 1000 Euro erzielt, die in die Gebührenkalkulation 2012 einfließen, um mögliche Kostensteigerungen abzufangen. Beim Abwasser wurden gar 94 000 Euro erwirtschaftet, diese fließen in die nächste Dreijahreskalkulation 2014 bis 2016 ein.

Holger Ballhausen sieht die Gebührenentwicklung der nächsten Jahre aber noch aus anderen Gründen positiv. Die Einwohner verbrauchen seit 2003 konstant etwa 80 bis 82 Liter Wasser pro Tag. Zwar nimmt die Bevölkerung ab, der geringere Wasserbedarf konnte aber durch Gewerbeansiedlungen kompensiert werden. 1998 lagen die Wasserverluste bei 46 Prozent, 2010 nur noch bei 22 Prozent. Der Verband hat im Zuge des Straßenbaus viele alte Wasserleitungen ausgewechselt, vor allen im Osterwieck, Berßel und Lüttgenrode. Ballhausen rechnet noch mit einem weiteren Rückgang der Wasserverluste.

Trinkwasser kostet momentan 1,91 Euro pro Kubikmeter. Bevor die Fernwasserversorgung aus dem Harz begann, hatte man für dieses Jahr schon mit 2,10 Euro gerechnet, machte Ballhausen die Auswirkungen der Anstrengungen deutlich. Das Trinkwasser dürfte aber in den nächsten Jahren teurer werden, doch könne man den Anstieg mit einer Reduzierung der Abwassergebühr kompensieren, so dass die Gesamtbelastung etwa gleich bleiben werde. "Summasummarum wieder ein positives Ergebnis."