Warum ist nicht schon eher jemand auf die Idee gekommen? Diese Frage stellten sich einige Besucher am Nachmittag des 3. Advents vor der kleinen Höhlenanlage am nördlichen Rand der Jahnwiese. Dorthin hatte der Verein Halberstädter Berge erstmals zum "Advent in den Bergen" eingeladen.

Halberstadt l Als ob sie nur auf diese Einladung gewartet hätten, zog es viele Halberstädter, zumeist ganze Familien, dorthin. Auf dem Plateau vor der Eremitage, die Freiherr von Spiegel 1772 errichten ließ, loderten kleine Feuer, es duftete nach Glühwein und Grillwürsten und aus dem Stimmengewirr waren Akkordeonspiel und Gesang herauszuhören. Und in der Höhle versammelten sich Besucher am offenen Kaminfeuer.

"Nachdem dieser Ort bei den Park- und Spiegelfesten gut angenommen wurde und wir im September bei einer Sonderöffnung des Bismarckturmes das Interesse der Halberstädter an ihren Bergen gespürt haben, wurde die Idee geboren, zum ,Advent in den Bergen\' einzuladen", so Thomas Wald vom 2010 gegründeten Verein. Von dessen inzwischen über 20 Mitgliedern waren an dem Nachmittag viele auszumachen, alle damit beschäftigt, den Gästen diesen Besuch zu einem schönen Erlebnis zu machen.

So verkaufte unter anderem Roswitha Hutfilz frische Waffeln und Schmorwürste, Angelika Kubik schleppte Kartons mit Glühwein heran und versorgte Kinder mit Stockbrot, das sie über dem Feuerkorb backen konnten. Knut Schneider, Experte in Sachen Halberstädter Berge, hatte Informationen zu den Spiegels-, Theken- und Klusbergen sowie historische Postkarten von der Eremitage dabei und gab während der dreistündigen Veranstaltung oft und gern Auskünfte. "Ein Ziel unseres Vereins ist, den Halberstädtern ihre Berge als Wandergebiet wieder in das Bewusstsein zu rücken und sie hinauszulocken, die eindrucksvollen Naturschönheiten mit den teils skurril geformten Sandsteinfelsen sowie die herrliche Parkanlage Spiegelsberge mit ihren zahlreichen Spiegelschen Bauten zu entdecken."

Die Vereinsmitglieder hatten mit guten Ideen dazu beigetragen, die Veranstaltung zu einem Erfolg zu machen. Kinder konnten malen und basteln, "Räuber Daneils" Geschichten lauschen oder Kutschpartien auf der Jahnwiese unternehmen. Die letztgenannten beiden Angebote wurden übrigens von Erwachsenen ebenfalls gern in Anspruch genommen. Auch mit Thomas Röder war den Veranstaltern ein guter Griff gelungen. Der Quedlinburger unterhielt fast ununterbrochen mit Liedern zum Akkordeonspiel, sang Lustiges und schaurige Moritaten und animierte sein Publikum immer wieder, in seine Weihnachtslieder einzustimmen. Das taten viele auch beim Abschied, als Röder gemeinsam mit Rolf Heydecke (Räuber Daneil) das Lied "Im Wald da sind die Räuber" anstimmte.

Zu dem Zeitpunkt hatte sich längst Dunkelheit über den Platz vor der Höhle gelegt. Zudem war es kühler geworden. Was für viele der Grund war, sich auf den Nachhauseweg zu begeben. Außerdem war der Glühwein ausgegangen. Mit einem solchen Ansturm hatte man am Ausschank nicht gerechnet. Beim nächsten "Advent in den Bergen" soll mehr von dem heißen Getränk bereitgestellt werden, dafür wird wohl die Kuchenplatte kleiner ausfallen, denn Gebäck war diesmal weniger gefragt.

Während sich die Besucher zufrieden auf den Heimweg machten, hieß es für die Veranstalter aufzuräumen und alle Spuren des Festes zu beseitigen. "Eine sehr gelungene Sache", schätzte Thomas Wald ein. "Im nächsten Jahr treffen wir uns wieder." Der Erlös des Nachmittags ist übrigens für die Vereinskasse bestimmt, aus der weitere Aktionen finanziert werden sollen.

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