Der Osterwiecker Weihnachtsmarkt ist zurück in der Stadtmitte. An zwei Nachmittagen öffnete er am vergangenen Wochenende. Kompakter als früher und nicht mit einem Verein, sondern mit der Stadt als Veranstalter.

Stadt Osterwieck l "Klein aber fein", so gab Ulrich Scholle vom Verein "Notruf Ukraine" Einschätzungen der Besucher wieder. Für die vielen Menschen war es an einigen Stellen des Marktes ganz schön eng geworden, das strahlte aber auch eine gewisse Gemütlichkeit aus.

Der Ukraine-Verein befand sich mit seinem langen Verpflegungsstand mittendrin - die Speisekarte wie immer russisch-ukrainisch gewürzt. Der Erlös fließt wieder in anstehende Hilfstransporte nach Osteuropa.

Auch andere Vereine hatten sich Stände eingerichtet. Der Frauenchor zum Beispiel, ebenso Stammgast dieser Veranstaltung wie der Karnevalsverein OCC.

Aber es wurden auch neue Teilnehmer entdeckt. Die Osterwiecker Feuerwehr warb auf diese Weise für Nachwuchs. Die Kleinen David und Johanna zum Beispiel drängelten schon eine Viertelstunde vorher, wann denn das große Feuerwehrauto wieder losfährt. Ein absoluter Höhepunkt für die Kleinen an diesem Tag. Die Feuerwehr wird\'s freuen, denn sie muss auf lange Sicht vorsorgen und braucht Verstärkung. "Wir werden auch immer weniger Leute", sagte Roland Stelter, der stellvertretende Wehrleiter. Und so fand auf einem Dienstabend die Idee, einen Werbestand aufzubauen, großen Anklang. Unter einem Zeltdach konnte man sich zudem noch über die Arbeit der Feuerwehr informieren.

Teilnehmer der Maßnahme "Lutherfest" vom AWZ-Bildungs- und Betreuungsservice organisierten an beiden Markttagen ehrenamtlich eine Bastelstraße für Kinder. Dort stand auch eine Spendenbüchse bereit, um für die beiden Osterwiecker Kindergärten zu sammeln. Jede Einrichtung bekommt diese Woche 100 Euro als Spende überreicht.

Als talentierte Geschäftsleute entpuppten sich die Achtklässler der "Schülerfarm", einer Schülerfirma aus der Sekundarschule Dardesheim. Die insgesamt sechs "Jungunternehmer" hatten extra Marmelade gekocht, Pralinen und Trüffel hergestellt und nun auf dem Markt verkauft. Die Firma arbeitet nach dem Unterricht im Hauswirtschaftsraum der Schule oder an Prokjekttagen, berichtete Maike Richardt aus Schauen, die zusammen mit Miklas Dietz aus Lüttgenrode Geschäftsführer ist. Bisher wurden ihre Waren auf zwei Schülerveranstaltungen verkauft, in Osterwieck nun erstmals öffentlich. Die Einnahmen gehen aber nicht in die Hosentaschen der Schüler, sie werden allesamt in Rohstoffe für neue Köstlichkeiten investiert. Die Schüler wollen vor allem lernen, wie Wirtschaft funktioniert.

Jung war auch das Bühnenprogramm, nachdem die Kommunalpolitiker Peter Werner und Dirk Heinemann das Fest am Sonnabend eröffnet hatten. Die "Ilsespatzen" aus dem Kinderhaus "An der Ilse" standen als erstes mit einem musikalischen Programm auf der Bühne. Ihnen folgte das "Kinderland am Langenkamp" mit dem Stück "Wir reisen zu Frau Holle". In bunten Kostümen als Pinguine, Eisbären, Schneehasen und Robben waren daran alle Kinder der Einrichtung von drei bis sechs Jahren beteiligt.

Am Abend stand der Sänger Florin auf der - allerdings dunklen - Bühne. Die Lichter des benachbarten großen Weihnachtsbaums besaßen doch weniger Leuchtkraft als erwartet, sodass am Sonntag separate Strahler für die Bühne aufgestellt wurden.

Christine Krebs las an beiden Tagen im Museum aus Märchenbüchern vor. Stefan Wiegmann versteckte sich unter einem roten Mantel, er kam an beiden Tagen als Weihnachtsmann.

Catalina Huros präsentierte am Sonntag ihre teils schon preisgekrönten Klavierschüler. Christina und Juliane Rackwitz, Emma Feuerstack, Alina Peters, Pascal Eger, Ella Dallmann, Leonie Likus, Claudia und Jonas Erben sowie David Huros spielten Weihnachtslieder, Walzer und sogar Jazz. Dabei hatten sie es nicht leicht. Denn es war auf der freien Bühne fingerkalt, nebenan läutete und hupte das Karussell, und wenige Stunden später hatten die Schüler noch einen Auftritt im Kloster Drübeck.

Die jungen plattdeutschen Sänger "Harzer Kramms" traten danach im warmen Museum auf, und die "Flitzpiepen" aus dem Fitnessstudio rundeten das Programm tanzend auf der Bühne ab.

Peter Eisemann, der aus dem Rathaus den Hut der Weihnachtsmarkt-Organisation auf hatte, hörte überwiegend zufriedene Stimmen zur Veranstaltung. "Mit einigen Anregungen", wie er sagte. Der eine hätte die Einbindung des Schäfershofs gut gefunden, der andere eine Pferdekutschfahrt.

   

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