Das Göddeckenröder Krippenspiel unter freiem Himmel und mit lebenden Tieren gibt es auch in diesem Jahr, wenngleich mit ganz anderer Kindergeneration als bei der Premiere vor 16 Jahren.

Göddeckenrode l Seit 1995 geht in Göddeckenrode zweimal vor Weihnachten der Vorhang auf für das Krippenspiel. Der Vorhang ist hier aber ein Tor in einer kleinen, alten Scheune gegenüber der Kirche.

Die Tradition des Krippenspiels reicht bis in das 14. Jahrhundert zurück und gibt es heute vielerorts. Dieses Göddeckenröder Spiel ist im Kulturland Osterwieck und darüber hinaus aber wegen seiner "Bühne" und der mitspielenden Tiere einmalig und zieht an sich jedes Jahr viele Besucher in diesen sonst so ruhigen, beschaulichen Ort.

Am vergangenen Sonntag allerdings war die erste Aufführung dieses Jahres nicht so gut besucht. Vielleicht lag es an den vielen Veranstaltungen, die zeitgleich stattfanden. Aber allein schon das Engagement der 18 Kinder und Jugendlichen aus dem 200-Seelen-Dorf hat ein großes Publikum verdient. Übermorgen, am vierten Adventssonntag, gibt es ab 16.30 Uhr noch eine Aufführung.

In Eigeninitiative kümmern sich die Kinder jedes Jahr aufs Neue um die Vorbereitung und Organisation des Krippenspiels. Carsten Hörsting, der den Nachwuchs als Regisseur dabei unterstützt, erklärte: "Die Kinder sind mit dem Krippenspiel großgeworden und können sich Weihnachten ohne Krippenspiel nicht mehr vorstellen."

Das Göddeckenröder Drehbuch wurde in all den Jahren nicht geändert. Beim Krippenspiel führen zwei Erzähler, diesmal Sophie Grünewald und Anna Helms, zurück in die Geschichte der Geburt des Jesus-Kindes. Liebevoll, mit einfachen Mitteln gestaltet, werden die Besucher in diese Zeit versetzt. Selbst der Stern, der den drei Weisen aus dem Morgenland den Weg zur Geburtsstätte des Herrn weist, wird aufgezogen.

Unterstützung erfahren die Kinder für das Krippenspiel beim Verein Naturdörfer. "Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, das Leben auf dem Land weiterhin attraktiv zu gestalten", sagte Carsten Hörsting, der auch Vereinsvorsitzender ist. Die Feuerwehr des Ortes übernimmt nicht nur die Absicherung des Krippenspieles, sondern sorgt auch für den Ausschank von wärmendem Glühwein. Bei den Kirchenfrauen gibt es leckere Quarkbällchen. Und Unterstützung geben natürlich auch andere Bewohner. So wurden von ihnen eine Ziege und ein Pony in den Stall gebracht, wo Maria und Josef Unterschlupf fanden. Und die Hirten wurden vom Hund "Max" begleitet.

Aus dem Erlös der beiden Göddeckenröder Veranstaltungen geht in diesem Jahr eine Spende an die Aktion "Volksstimme-Leser helfen" für UNICEF-Projekte in den Hungergebieten Ostafrikas.