Magdeburg/Halberstadt l Gegen den seit langem befürchteten Mangel an Hausärzten auf dem Land sind jetzt in Sachsen-Anhalt konkrete Förderungen beschlossen worden. Sie betreffen auch den Landkreis Harz.

So hat der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen offiziell festgestellt, dass in den Planungsbereichen Wernigerode und Halberstadt in der Fachgruppe der Hausärzte in absehbarer Zeit eine Unterversorgung droht. Davon ausgenommen sind die beiden früheren Kreisstädte. In den Förderbereichen können Mediziner bei Praxisgründung oder Übernahme einen Zuschuss erhalten. Gleiches gilt für die Anstellung eines Berufskollegen.

In allen drei Planungsbereichen des Landkreises Harz gibt es keine Zulassungsbeschränkungen. Bei den anderen Fachgebieten ist eine Praxisneugründung zurzeit allerdings wegen der ausreichenden Besetzung nicht möglich.

Schon heute sind 243 Stellen in Sachsen-Anhalt unbesetzt

Im Raum Halberstadt könnte sich beispielsweise lediglich noch ein Augenarzt ansiedeln. In Wernigerode und Umgebung wäre nur ein Orthopäde möglich. Auch eine Zulassung von Psychotherapeuten durch die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt (KV) ist weiter in allen Planungsbereichen des Harzkreises gestattet, teilte der Landesausschuss mit.

"In Sachsen-Anhalt können derzeit nur rund 65 Prozent der ausscheidenden Hausarztstellen wieder besetzt werden", erklärte Burkhard John als Vorstandsvorsitzender der KV. Und: "Bisher sind bereits 243 Plätze im Land unbesetzt." Dazu stehe die Tatsache, das 24 Prozent aller Hausärzte bereits heute mehr als 60 Jahre alt seien und bald über die Aufgabe ihrer Praxis nachdenken dürften.