Athenstedt l Florian Athenstedt 48 - so heißt der neueste Zuwachs der Freiwilligen Feuerwehr Athenstedt. Dabei handelt es sich jedoch nicht um einen jungen Kameraden, sondern um ein neues Einsatzfahrzeug. Das bisherige, Florian Athenstedt 41, wurde nach beachtlichen 39 Dienstjahren, 15 davon unfallfrei in Athenstedt, in Rente geschickt.

"Viele der Kameraden hingen sehr an dem alten Florian, ich nicht. Er war nicht mehr verkehrssicher und musste dringend ausgetauscht werden", berichtete der Ortswehrleiter Michael Wissel.

Taufrisch ist der neue Einsatzwagen allerdings auch nicht. Er war schon 19 Jahre für die Kameraden aus der Halberstädter Partnerstadt Wolfsburg im Einsatz. Die Stadt Halberstadt erstand diesen "Florian" für 10 500 Euro, ein neues Fahrzeug hätte das Zehnfache der Summe gekostet. Anschließend wurde das Fahrzeug gereinigt und mit einer neuen Feuerlöschkreiselpumpe ausgestattet. "Und vollgetankt wurde es auch, das lohnt sich bei den aktuellen Spritpreisen", sagte Jörg Kelle, Brandamtsrat aus Halberstadt augenzwinkernd. Florian 48 verfügt über einen 500-Liter-Wasser-Tank, sechs Plätze in der Fahrerkabine und ist technisch auf dem neuesten Stand.

"Die Wolfsburger sortierten ihre älteren Fahrzeuge aus und versteigerten sie im Internet. Wir fragten nach, ob wir den Einsatzwagen für den Einstiegswert kaufen könnten und sie willigten ein", berichtete Halberstadts stellvertretender Oberbürgermeister Dr. Michael Haase. In seiner Rede während der Schlüsselübergabe lobte er den Einsatz und den Mut der Kameraden. Haase betonte, dass der Kauf des neuen Fahrzeugs ein wichtiges Signal für die Bewohner der Orte ist, die zuletzt eingemeindet wurden. "Die Eingemeindung bedeutet nicht nur höhere Gebühren, sondern hat durchaus auch Vorteile für die Ortsteile."

"Es freut mich, dass die Kameraden nun endlich mit verkehrssicherer, aktueller Technik ausgestattet sind, mit der sie hoffentlich zu wenigen Einsätzen fahren müssen und immer heil wieder zurückkehren", sagte Ortsbürgermeister Ralf Barthel.

Athenstedts Feuerwehr hat schon seit einiger Zeit Nachwuchsprobleme. "Wir würden uns freuen, wenn mehr Kinder unsere Arbeit kennenlernen möchten. Vielleicht ist unser neues Fahrzeug auch ein Signal an sie", hoffte Michael Wissel.

Derzeit wird überlegt, was mit dem alten Einsatzfahrzeug geschieht. "Vielleicht findet sich ein Liebhaber oder ein Museum, das es kaufen möchte. Wir werden versuchen, es zu versteigern", teilte Harald Böer, Halberstadts Stadtwehrleiter mit.