Vor den Türen der Stadt, in der Kleingartenanlage Wehrstedt sorgen Randalierer seit einiger Zeit immer wieder für Unruhe. In der vergangenen Woche wurde in die Gartenlauben zum wiederholten Mal eingebrochen. Die Polizei sucht fieberhaft nach den Tätern, macht aber nicht viel Hoffnung.

Halberstadt l Jürgen Fricke ist dieser Tage damit beschäftigt, seinen Garten wieder auf Vordermann zu bringen. Die Weihnachtszeit ist für Kleingärtner normalerweise nicht die "Hauptarbeitszeit". Der Halberstädter hat aber Einiges zu erledigen: den Gartenzaun reparieren, das Loch im Swimmingpool kitten und die Türen zu seiner Laube wieder einsetzen. Die Parzelle von Fricke ist eine von insgesamt neun, die in der vergangenen Woche nachts Randalierer heimsuchten.

Auf dem Grundstück seines Parzellen-Nachbarn wurden mehrere Solarleuchten von ihren Halterungen gerissen, die Abdeckfolie des Pools aufgeschlitzt.

"Vor einigen Wochen wurde hier auch eine Wasserpumpe geklaut", erinnert sich Joachim Brüggemann, der ebenfalls in der Anlage an der B 81 einen Garten hat. "Das ist jetzt die Zeit im Jahr, wo kaum noch jemand hier draußen ist", so Brüggemann weiter. Inzwischen ist es soweit, dass jeden Morgen einige "Laubenpieper" selber Streife gehen und am Morgen gucken, ob wieder etwas beschädigt worden ist. Erst im Sommer wurde in das Vereinshaus eingebrochen und die dortigen Feuerlöscher "entleert" und ein Schlachtfeld hinterlassen.

Die Polizei tut sich mit den Ermittlungen schwer, berichtet Polizeirat Peter Pogunke vom Polizeirevier Harz in Halberstadt. "Vom Ansatz sind die Ermittlungen sehr schwer, weil das keine professionellen Einbrecher waren, die gezielt vorgehen. Wenn wir ein System erkennen würden, könnten wir auch zielgerichtet vorgehen", so Pogunke auf Volksstimme-Nachfrage. Er betont aber, dass die Einbrüche, auch wenn bei den jüngsten Vorfällen nichts gestohlen worden ist, sehr ernst genommen würden.

Die Fingerabdrücke werden mit dem Bundeskriminalamt abgeglichen, geschaut, ob die Täter schon einmal in Erscheinung getreten sind. "Wer so etwas macht, der nutzt auch jede andere Gelegenheit", hofft Pogunke. Er ist froh, dass die Kleingärtner dem Anraten der Polizei, keine Wertgegenstände auf ihren Grundstücken aufzubewahren, Folge leisten würden. Der Vandalismus sei natürlich trotzdem ärgerlich. "Die Streifenbeamten sind auf jeden Fall instruiert, dort regelmäßig zu kontrollieren, gerade in den Nachtstunden", erklärt Pogunke.