Stellvertretend für tausende Menschen, die sich in Sachsen-Anhalt ehrenamtlich engagieren, sind 100 Frauen und Männer in der Staatskanzlei geehrt worden. Helmut Pape aus Blankenburg ist einer von ihnen, den die Volksstimme heute vorstellt.

Blankenburg l "Meine Frau Waltraud hat ein Dankeschön verdient", sagte Oberingenieur Helmut Pape nach der Rückkehr von der Auszeichnungsveranstaltung der Landesregierung. Sie sei in den zurückliegenden Jahrzehnten viele Stunden allein geblieben, wenn er am Vortragsplatz der Harzer Urania den Touristen wie Einheimischen die Bedeutung des hiesigen Talsperrensystems erläuterte.

Das Bauwerk diene, so berichtete er den ungezählten Besuchern, vor allem der Trinkwasserversorgung für etwa zwei Millionen Menschen bis Dessau, Halle, Leuna und Zeitz. Es gewährleiste den Hochwasserschutz, sorge mit der "Niedrigwasseraufhöhung" für ausreichendes Brauchwasser in den Orten entlang der Bode, unterstütze die Energieerzeugung und sei ein Touristenmagnet.

Eher zufällig begann Helmut Pape als Referent. Sein damaliger Chef, Dr. Christian Weißbach, hatte 1957 einer Besuchergruppe einen Diavortrag zugesagt, den er wegen anderer Verpflichtungen nicht halten konnte. Helmut Pape sprang ein und verbreitete von da an wissenschaftliche Kenntnisse mit viel Freude. Er reiste von Erholungsheim zu Erholungsheim und hielt Vorträge an dem Bauwerk.

Das Wirken der Urania an der Rappbodetalsperre begann der Not gehorchend, wie sich Helmut Pape erinnert. Es seien ab 1956/57 immer mehr Touristen gekommen, die Fragen zu dem imposanten Wasserreservoir hatten. Mit dem Unternehmen Talsperrenbau Weimar sei dann der heute noch existierende Vortragsplatz eingerichtet worden. "Dieser war damals sehr einfach", so Helmut Pape. Inzwischen können auf 15Tafeln Besonderheiten des Bauwerks erläutert werden, übrigens vor allem Dank seines großen Archivs.

Bis 1993 gehörte Helmut Pape zu den fachkundigen Frauen und Männern, die auf dem Vortragsplatz der Urania interessante Erläuterungen geben. Dann versagte ihm etwas die Stimme, so dass der Fachmann seitdem vor allem im Hintergrund wirkt. Er teilt die ehrenamtlichen Mitstreiter ein und ist für die Gestaltung des Informationsplatzes zuständig.

Vor 80 Jahren in Klötze geboren, besuchte Helmut Pape dort die Volksschule und lernte Zimmermann. Zwischen 1952 bis 1954 studierte er in Blankenburg, war dann zur Weiterbildung für ein halbes Jahr bei der Deutschen Reichsbahn in Leipzig. Da eine Wohnung für das Ehepaar - er hatte 1955 seine Frau Waltraud in Blankenburg geheiratet - erst nach sieben Jahren Wartezeit zugesagt war, bewarb sich der Ingenieur als Bauleiter in der Aufbauleitung des Bodewerkes, wo er es bis zum Chef der gesamten Harzer Talsperren gebracht hatte.

Im Jahr 1996 verließ Helmut Pape das Unternehmen und ging in Rente. Es folgte ein noch größeres Engagement für die ehrenamtliche Arbeit.