Mehr als 15 Jahre war im Stadtrat über ein Verkehrsprojekt gestritten worden: Die Verschwenkung der Bleichstraße erhitzte die Gemüter. Ende 2010 dann gab es erstmals ein Ja der Stadträte dazu. Nun soll in diesem Zusammenhang auch ein Stück der Gröperstraße saniert werden.

Halberstadt l Von Verschwenkung spricht niemand mehr, "Spange" heißt sie jetzt, die neu zu schaffende Verbindung zwischen Bleichstraße und Huystraße. Und auch wenn während der jüngsten Sitzung des Stadtrates der Versprecher von der "Verschwendung der Bleichstraße" für Heiterkeit sorgte, das Thema erhitzt noch immer die Gemüter. Der Sinn dieses Vorhabens ist umstritten. Der neueste Beschluss befasst sich nicht mehr mit dem Grundsatz, ob nun die Bleichstraße mit neuem Teilstück gebaut wird oder nicht. Das ist beschlossen, ebenso wie die Schaffung eines Kreisverkehrs, der die Kreuzung Gröper-, Bleich- und Huystraße ersetzen soll.

Der jüngste Ausführungsbeschluss widmet sich einem angrenzenden Teilstück, dem nördlichen Abschnitt der Gröperstraße. Da, wo die HVG Sitz und Depot hat, wo die Gaststätte "Am Zippel" Besucher empfängt, soll das alte, rumpelige Kopfsteinpflaster durch Asphalt ersetzt werden. Der Landkreis Harz will dieses 120 Meter lange Stück seiner Kreisstraße K1320 nach Klein Quenstedt zwischen Kreuzung und dem bereits sanierten Bahnübergang sanieren. Und die Stadt wird sich - gemeinsam mit den Halberstadtwerken und der Abwassergesellschaft am Ausbau beteiligen.

Kostenschätzung geht von 87 000 Euro Baukosten aus

Während der Kreis die Straße, sprich die Fahrbahn, saniert, muss sich die Stadt um die Nebenanlagen kümmern, also um Gehwege und Co. Aber nur, wenn es Fördermittel dafür gibt. Dann nämlich würde sich das Vorhaben für die Stadtkasse günstig darstellen, mit möglichen 40 000 Euro als Förderung und 42 000 Euro aus Straßenausbaubeiträgen blieben 5000 Euro als Eigenanteil für die Stadt. Die vorgelegte Kostenschätzung geht von 87 000 Euro Baukosten für die Stadt aus.

Die Stadt wird, so hat es der Rat mehrheitlich beschlossen, die Geh- und Radwege grundhaft ausbauen und Parkplätze schaffen, längs zur Fahrtrichtung. Auch die vorhandenen Bushaltestellen bekommen eine neue Gestalt, sollen möglichst behindertengerecht umgebaut werden - mit anderen Bordsteinhöhen, taktilen Streifen und vernünftigen Warteflächen. Zu erneuern und zu ergänzen sind außerdem die Straßenabläufe zur Oberflächenentwässerung des Bereiches.

Die HVG hatte in den vergangenen Jahren hier ihre Straßenbahngleise erneuert. Die sollen so erhalten und nach dem Abschluss der Bauarbeiten befahrbar bleiben. Allerdings könnte es notwendig werden, die Freileitungsmasten und Abspannungen der Stromversorgung für die Straßenbahn anzupassen.

Diese Planungen fügen sich ein in das Bauvorhaben von Kreisverkehr und teilweiser Neutrassierung der Bleichstraße. Die soll dafür sorgen, dass der Stadtring besser den Umleitungsverkehr aufnehmen kann, wenn die B 79 innerhalb des Stadtgebietes ausgebaut wird, und zwar in der OdF-Straße. Außerdem soll der Stadtring so attraktiver für den Durchgangsverkehr werden und die Altstadt von durchfahrenden Autos entlasten.

Das Teilstück Gröperstraße könnte bereits im kommenden Jahr saniert werden, wann es mit der Bleichstraße losgeht, ist noch offen.