Halberstadt (geg) l Kurz vor dem Weihnachtsfest rollte ein 40-Tonner vom Lagerhof des Vereins "Notruf Ukraine - Polizisten helfen". Geladen hatte er unter anderem Betten und Bettwäsche, Rollstühle, Rollatoren, Gehhilfen und jede Menge Verbrauchsmaterial. Empfänger ist die Stiftung für Soziales mit Sitz in Brzeszcze, einer Kleinstadt unweit von Oswiecim im Süden Polens. Die gemeinnützige Organisation leitet alles umgehend an ein Altenheim weiter.

"Genau vor einem Jahr waren wir mit Dariusz Wolanski in Halberstadt. Damals machten die Firma Steinke und der Verein ,Notruf Ukraine - Polizisten helfen\' mit einen Elektrorollstuhl ein großes Weihnachtsgeschenk", erinnert Janusz Marszalek, Bürgermeister von Oswiecim, der diesmal mit einer mehrköpfigen Delegation in die Harzkreisstadt gekommen war. "Der seit einem Autounfall schwer behinderte Mann ist sehr glücklich mit dem Rollstuhl, der ihn mobil macht."

Diesmal könne dank der freundschaftlichen Verbindungen zwischen dem Halberstädter Verein, dem Rotarier Roland Steinke und den Lions in Oswiecim, deren Vizepräsident Marszalek ist, vielen älteren Menschen geholfen werden. Denn mithilfe eines weiteren Partners, der Stiftung für Soziales, profitieren Altenheime von dem Hilfstransport.

Gäste verließen Halberstadt mit vielen guten Eindrücken

Mit einigen Stiftungsmitarbeitern nutzte die Präsidentin Danuta M. Zalwowska die Chance, sich in Halberstadt über die Arbeit des Vereins zu informieren und sich im Steinke Orthopädie-Center umzuschauen. Dort übernahm Geschäftsführer Roland Steinke persönlich die Führung durch die Arbeitsräume und erläuterte ihnen die Anfertigung von medizinischen Prothesen und Orthesen, orthopädischen Maßschuhen und die individuelle Anpassung von Rollstühlen.

"Wir sind sehr dankbar für die Hilfe des Halberstädter Vereins und der Firma Steinke", sagte Danuta M. Zalwowska, "denn sie unterstützen uns sehr in unserer Mission, Bedürftigen zu helfen." Die Stiftung war 1990 gegründet worden mit dem Ziel, insbesondere jungen Menschen aus sozial schwachen Familien, Waisen, Kranken, Behinderten und Senioren zu helfen. Unter anderem betreibt sie zwei sozialtherapeutische Einrichtungen für rund 80 Kinder aus zerrütteten Familien, fördert begabte Kinder aus armen Familien und organisiert günstige Ferienaufenthalte, kümmert sich um Rehabilitation und orthopädische Geräte, organisiert Sammlungen für Arme und Menschen in Not, und bekämpft die Armut und die Arbeitslosigkeit in der Gemeinde Brzeszcze.

Die Besucher aus Polen verließen Halberstadt mit vielen guten Eindrücken und neuen Erkenntnissen und Anregungen für die eigene Arbeit. "Wir werden diese freundschaftlichen Beziehungen weiter pflegen und helfen, wo wir helfen können", versichert Ulrich Scholle, Vorsitzender des Vereins "Notruf Ukraine - Polizisten helfen". Der nächste Transport von Hilfsgütern in die Ukraine ist für den 7. Mai geplant.