Wenngleich Weihnachten das Fest ist, das vorzugsweise ganz in Familie begangen wird, mussten einige Kinder die Tage im DRK-Heim in Anderbeck verbringen. Die Betreuer versuchten, ihren Schützlingen die Stunden so schön wie möglich zu gestalten.

Gemeinde Huy/Anderbeck l Bereits unmittelbar vor dem Festwochenende hatte es im DRK-Landkinderheim eine gemeinsame Feier gegeben. Dabei wurden zunächst Lieder gesungen, die Erzieher Matthias Schwarz auf der Gitarre begleitete. Heimleiterin Rosemarie Behrmann begrüßte auch einige Eltern und Großeltern, die ihre Kinder anschließend über die Feiertage mit nach Hause nahmen.

Zuvor gab es bei jener Heim-Weihnachtsfeier für jedes Kind einen persönlichen Spruch vom Weihnachtsmann mit Wünschen für 2012 - bei manch einem der jungen Bewohner indes auch verbunden mit einer kleinen Drohung mit der Rute.

Riesengroß war auch die Freude beim Auspacken der Geschenke. "Das habe ich mir doch schon immer gewünscht", freute sich ein Junge über sein neues Spiel. Ein anderer wunderte sich, wie klein heutzutage ein MP3-Spieler ist, und ein größeres Mädchen versuchte sofort, ihr neues Handy in Betrieb zu nehmen. Für die während des Festes im Heim bleibenden Kinder gab es bei der Weihnachtsfeier zunächst nur eine Kleinigkeit, weil es das größere "richtige" Geschenk dann traditionell am Heiligabend geben sollte.

An den Weihnachtstagen versuchte das Erzieherteam, für eine noch familiärere Atmosphäre zu sorgen. "So wurden die Weihnachtstage bei uns im Heim traditionell so wie in vielen Familien verbracht", berichtet Erzieher Matthias Schwarz, der Heiligabend Dienst hatte.

An diesem Nachmittag sei es zunächst zum Gottesdienst in die Kirche im benachbarten Badersleben gegangen. Anschließend kamen traditionell Kartoffelsalat und Würstchen auf den Tisch. Erst danach widmeten sich die im Heim gebliebenen Mädchen und Jungen beim gemeinsamen Singen von Weihnachtsliedern ihren unterm Weihnachtsbaum liegenden Geschenken.

Am ersten Weihnachtstag stand mit Entenbraten nebst Rotkohl ein wahres Festessen auf dem Speiseplan. Besinnlich, festlich und gemütlich ging es in kleiner Runde weiter. Spiele und Märchenvideos sowie ein gemeinsamer Spaziergang wechselten sich ab.

Im Anderbecker Kinderheim sind Kinder im Alter von vier bis 18 Jahren aus sozial gefährdeten Familien untergebracht. In diesem Jahr konnte der Grundstein für eine wichtige Erweiterungs-Investition gelegt werden - der Neubau kommt angesichts der Witterung gut voran.