Einen öffentlichen Spielplatz gibt es in Schwanebeck seit Jahren nicht mehr. Die Idee, den einzigen noch vorhandenen in der Grundschule für alle zugänglich zu machen, ist kaum zu realisieren. Bleibt nur ein neuer Platz, aber dafür fehlt das Geld.

Schwanebeck l Die Frage ihres dreijährigen Enkels Lucas zum Besuch eines schönen Spielplatzes in Schwanebeck muss Volksstimme-Leserin Regina Haase immer wieder verneinen. Zwar haben Eltern, Lehrer und Kinder in der Grundschule eine attraktive Anlage geschaffen, doch diese steht nur den Schul- und Hortkindern offen.

"Wenn ich unseren Enkel von der Kindertagesstätte abhole, bleibt nur Eisessen als Besonderheit, das war es schon", erklärt sie. Dabei gebe es doch auf dem Hof im Baumgarten einen so tollen Spielplatz. "Kann man diesen nicht auch für unsere Kleinen öffnen?", fragt Frau Haase auch für andere Mütter und Großeltern.

"Es wäre doch toll, wenn der Platz auch außerhalb der Schul- und Hortzeiten begrenzt freigegeben würde", meint sie. "Wir würden auch die Aufsicht organisieren."

Ganz so einfach sei es nicht, verweist Hauptamtsleiter Harald Brockelt auf die unterschiedlichen Verantwortlichen. Während für den Schulbetrieb die Verbandsgemeinde zuständig ist, läge die private Nutzung im städtischen Interesse, erläutert Brockelt. "Wer trägt im Falle eines Schadens dafür die Kosten oder Versicherung?"

Schulleiterin Inga Gnade erinnert sich ungern an Zeiten, als der Platz noch jedermann offen stand. "Von den Spielgeräten blieb fast nichts übrig, nachdem Jugendliche den Platz als Treff auserkoren hatten." Deshalb sollten die Mühen der Eltern für den Hof anerkannt und nicht Fremden zum Missbrauch freigegeben werden.

Mit dem Umbau sei die Gesamtschule bis 16 Uhr alleiniger Nutzer. Danach könnten theoretisch zwar andere darauf, aber: "Wir und die Eltern möchten den Platz so sauber und ordentlich zurück, wie wir ihn zuvor übergeben haben." Diese Garantie wollte bisher aber keiner abgeben.

Im Stadtrat Schwanebecks scheint der Spielplatz ein Dauerthema zu sein. "Bei der Frage eines neuen Spielplatzes für unsere Kinder ist bisher keine Einigung über den Standort erzielt worden", erklärt Bürgermeisterin Christina Brehmer den Stand. Außerdem sei fehle das Geld. "So lange wir keinen genehmigten Haushalt haben, weil der Konsolidierungsplan abgelehnt wird, geht gar nichts", beschreibt sie die Situation.

Also wird Regina Haase ihren Enkel wohl weiter mit einem Eis vertrösten müssen.